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Brasiliens Boomregion: Das neue Drehkreuz des Welthandels

Die gestiegene Kaufkraft und Investitionen der Ölindustrie lassen den Nordosten des Landes aufblühen und führen zu Wachstumsraten fast wie in China.

Das Meer leuchtet hellblau, der Strand weiß. Eine leichte Brise macht die Hitze erträglich. Beim Örtchen Suape sieht die Küste so aus, wie man das vom Nordosten Brasiliens erwartet. Doch geht der Blick von der Kaimauer ins Landesinnere, dann trifft er auf einen Containerhafen, eine Raffinerie, eine Werft, Tanker und Ölterminals. Aus dem einstigen Fischerdorf Suape ist ein Industriestandort geworden.  

Hier im Nordosten zeigt sich die neue Dynamik der brasilianischen Wirtschaft am deutlichsten – vor allem im Bundesstaat Pernambuco, in dem der neue Hafen von Suape liegt. „Pernambuco ist heute das China Brasiliens“, sagen die Planungsdirektoren. Seit der Bau des Hafens vor drei Jahren begonnen wurde, wächst Pernambuco schneller als der Rest des Landes. 2010 waren es fast zehn Prozent, während Brasiliens Wirtschaft um 7,5 Prozent zulegte.  

Das überrascht: Denn der Boom findet im Armenhaus Brasiliens statt – dem Landstrich im Nordosten, aus dem die Menschen jahrhundertelang nach Süden auswanderten, um überleben zu können. Auch Ex-Präsident Luis Inácio Lula da Silva ging als Kind von dort nach São Paulo. Ihm ist es zum Teil zu verdanken, dass der Nordosten heute zum neuen Wachstumspol geworden ist. Denn das von Lula gegründete Sozialhilfeprogramm „Bolsa família“, das bedürftigen Müttern bis zu 100 Euro Hilfe im Monat bringt, hat der Nachfrage einen gewaltigen Schub gegeben. 

Heute bauen die Einzelhändler ihre neuen Supermärkte und Logistikzentren im Nordosten, wo sie sich vorher wegen der geringen Kaufkraft selten engagierten. Auch die Multis der Konsumgüterbranche wie Unilever, Procter & Gamble oder Nestlé investieren dort inzwischen mehr als im wohlhabenden Südosten des Landes.  
 

Investoren gesucht.

Neben den Sozialtransfers tragen auch der von der Regierung heraufgesetzte Mindestlohn und das hohe Beschäftigungsniveau zu den steigenden Einkommen bei. Die Arbeitslosigkeit in Brasilien ist auf sechs Prozent gesunken, die Vollbeschäftigung damit in Sicht. Vor allem die Industrie sucht derzeit nach qualifizierten Arbeitskräften, besonders in der neuen Boomregion im Nordosten.  

So laufen in Suape am östlichsten Zipfel des Amazonaslandes die Warenströme, Handelsrouten und Wertschöpfungsketten zusammen, die Brasilien in wenigen Jahren zur siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt gemacht haben. Von Suape aus soll schon bald Eisenerz exportiert werden, das Züge aus Tausenden Kilometern Entfernung herantransportieren. Im Nordosten Brasiliens gedeihen Soja, Mais oder Zuckerrohr besonders gut. 30 Millionen Tonnen Agrargüter sollen pro Jahr an die Küste gebracht und nach Übersee verschifft werden.  

Auf dem Rückweg von Suape werden die Züge Diesel und Düngemittel ins Landesinnere transportieren – produziert von der gigantischen Raffinerie am Hafenbecken, hinter der schon ein zweiter Petrochemiekomplex hochwächst. Versorgt werden die Anlagen mit Rohöl aus den neuen Fördergebieten vor der Küste Brasiliens. Der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras entwickelt seine eigene Spitzentechnologie für die Offshore-Förderung, 225 Milliarden Dollar will der Konzern bis 2015 investieren.  

Das löst gewaltige Wertschöpfungsketten aus: In Suape hat die erste Werft ihre Produktion anlaufen lassen. 22 Öltanker, sieben Bohrschiffe und eine Ölplattform stehen bei Estaleiro Atlântico Sul in den Auftragsbüchern – die meisten davon für Petrobras. Technologie liefert die koreanische Samsung, den Rest erledigen ?brasilianische Baukonzerne. So entsteht die größte Schiffswerft der südlichen Hemisphäre mit sieben Produktionsstätten nebeneinander.  

Brasilien will wieder einer der führenden Schiffbauer weltweit werden, wie schon einmal in den 1970er-Jahren. Deutsche Investoren, vor allem metallverarbeitende Konzerne, werden dringend gesucht: „Deutschland hat das perfekte Know-how für uns“, sagt Silvio Leimig, Entwicklungschef von Suape. Rund 100 Firmen haben sich in den vergangenen drei Jahren bereits im Umkreis des Hafens niedergelassen. Fiat baut in der Nähe von Suape seine zweite Fabrik in Brasilien, 200.000 Fahrzeuge sollen dort bald vom Band laufen.  

Die Reederei Hamburg Süd bekommt den gewaltigen Boom im Nordosten hautnah mit: Statt zwei Schiffe, wie noch vor einigen Jahren, legen jetzt bald 32 Schiffe pro Monat im Auftrag von Hamburg Süd in Suape an. Bis Jahresende soll ein zweiter Containerhafen  ausgeschrieben werden. „Alle Reedereien weltweit schauen derzeit hierher“, sagt Norbert Bergmann von Hamburg Süd. „Suape ist das neue Drehkreuz des Welthandels.“  

Dieser Artikel ist in der folgenden Gesamtausgabe der A.network "Quo vadis? – Internationale Märkte (Ausgabe 7)" erschienen

Quo vadis? – Internationale Märkte

Um einem Wachstumseinbruch entgegenzuwirken, blicken die Unternehmen stärker denn je ins außereuropäische Ausland. In dieser Ausgabe von A.network stellen wir daher die Frage „Quo vadis?“ und richten den Blick auf internationale Märkte.

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