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Ist die Start-Up Szene das Wundermittel, um die digitale Transformation zu gestalten?

Rechtzeitig zum 9. Deutschen Maschinenbau-Gipfel am 17. und 18. Oktober 2017 in Berlin kündigt der Branchenverband VDMA die Initiative „Startup-Machine“ an. Das Netzwerk soll gemeinsame Projekte von Start-ups und Industrieunternehmen fördern und deutsche Maschinenbauer bei der Digitalisierung voranbringen. Nach Ansicht des Verbands werden die Ideen von Start-ups dabei immer relevanter. Doch reichen diese Ideen aus, um die digitale Transformation im Maschinen- und Anlagenbau erfolgreich zu gestalten?

Seit gut zehn Jahren hat sich in Deutschland ein Start-up-Ökosystem mit dem Mittelpunkt Berlin etabliert. Die deutsche Start-up-Welt ist mittlerweile zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. „Nur wer in Berlin ist, der ist zukunftsfähig“, scheint das Motto namhafter Industriekonzerne und ihrer Leuchtturmprojekte zu lauten. Doch ich bezweifle, dass die mehr als 3.200 deutschen Unternehmen der Investitionsgüterindustrie wirklich dauerhaft von den Start-ups profitieren können. 

Erfolgreiche Start-ups stammen fast ausschließlich aus dem E-Commerce

Werfen wir kurz einen Blick auf die Zahlen: Laut des Start-up Barometers von Ernst & Young erhielten 2016 erhielten deutlich mehr Jungunternehmen Risikokapital in Deutschland. Die Zahl der Start-ups stieg von 383 auf 455, die Zahl der Finanzierungsrunden von 417 auf 486. Gleichzeitig schrumpfte das Gesamtvolumen der Investitionen aber um fast ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro. Noch 2015 konnte man Berlin dank einiger sehr großer Investitionen mit Fug und Recht Europas Start-up-Hauptstadt nennen; aber schon 2016 lagen London (2,2 Milliarden Euro), Paris (1,3 Milliarden Euro) und Stockholm (1,2 Milliarden Euro) vor der Bundeshauptstadt. Etwa 939 Millionen Euro des Risikokapitals flossen im ersten Halbjahr 2017 in den Bereich E-Commerce, der damit den Löwenanteil für sich verbuchen konnte. Auf den Rängen folgen FinTech, Health und Software & Analytics. 

Quelle: Start-up Barometer, Ernst & Young.

Einmal mehr stellt sich insofern die Frage, ob der Maschinen- und Anlagenbau von diesen Start-ups profitieren kann. Die Antwort muss zunächst offen bleiben. Fragt sich aber ein Vorstand, ob er in Berlin die Antworten für die Zukunft seines Unternehmens finden wird, so antwortet Andreas Winiarski, Managing Partner bei Earlybird Venture Capital und Kenner der Start-up-Szene, mit einem klaren NEIN. 

Tempo allein macht noch keinen Erfolg

In seinem Blogeintrag warnt er vor Euphorie. Die Start-up-Szene sei weiterhin zu unerwachsen, zu zersplittert, zu selbstreferentiell und zu sehr darauf bedacht, schnell eine Firma zu bauen und wieder zu verkaufen. Die Start-ups, so Winiarski, müssten endlich lernen, dass sich erfolgreiches Unternehmertum nicht nur aus Kreativität und Geschwindigkeit speise, sondern ebenso aus Disziplin und Nachhaltigkeit. Auch bräuchten wir mehr Gründer, die echte Probleme mit echter Technologie lösen wollen. Berlin habe zu viele Gründungen im E-Commerce-Segment und zu viele reine BWLer-Gründerteams gesehen. Notwendig seien aber mehr Gründer aus IT- und Ingenieurshochburgen wie Aachen, Dresden, Darmstadt oder München. „Wir brauchen mehr ‚Real Tech‘ gepaart mit mehr Verantwortung und langfristigem Denken“, fordert Winiarski. 

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Nehmen Sie Kontakt auf zu Sascha Hackstein, Direktor und Leiter der Solution Group Maschinen- und Anlagenbau.

+49 89 452249-280 hackstein(at)atreus.de

Hohe Investitionen, hohe Verluste

Der Aufruf zu mehr „Real Tech“ ist durchaus berechtigt. Und doch meinen viele etablierte Spieler den Wert der Start-ups für die digitale Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle entdeckt zu haben: So will Klöckner Stahl beispielsweise mit der Gründung eines firmeneigenen Start-ups in Berlin einerseits den Innovationsfaktor des Unternehmens erhöhen und andererseits durch die Digitalisierung seiner Services einen Wettbewerbsvorsprung erzielen. Aber auch die ersten Mittelständler investieren in Start-ups. So wurde beispielsweise der 2014 gegründete Online-Marktplatz Contorion vom Münchner Werkzeugspezialisten Hoffmann SE übernommen. Mit der Akquisition will die Hoffmann-Gruppe die Digitalisierung des Mittelstandsunternehmens vorantreiben.

Das sind einzelne Beispiele, deren nachhaltiger Erfolg noch nicht nachgewiesen ist. So hat Klöckner bereits geschätzte 20 Millionen Euro in die Digitalisierung seiner Prozesse gesteckt; die Übernahme von Contorion durch die Hoffmann SE kostete schätzungsweise 100 Millionen Euro – bei derzeitigen monatlichen Verlusten von etwa einer Million Euro.

Start-up-Hysterie

Und lässt sich die derzeitige Begeisterung für den Kauf von Start-ups als eine regelrechte Hysterie bezeichnen. Nicht jeder Maschinen- und Anlagenbauer wird von diesen Investments profitieren können, nicht immer passt die schöne neue Welt dauerhaft zu einer Branche, die nach wie vor völlig anderen Regeln folgt. Über viele Jahrzehnte haben sich die Maschinenbauer daran gewöhnt, in bestimmten Zyklen hochwertige Maschinen und Anlagen zu entwickeln, auf den Markt zu bringen und den Service sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung über Jahrzehnte zu garantieren.

Doch die fortschreitende Digitalisierung wird hier einen Paradigmenwechsel erzwingen: Um das volle Potenzial digitaler Modelle zu heben, müssen Unternehmen in kurzer Zeit agiler werden, ihre Netzwerke öffnen und gemeinsame Geschäftsmodelle entwickeln, die im Erfolgsfall Wertschöpfung und Zusatznutzen für alle Beteiligten bedeuten. Start-ups können in diesem Prozess eine wichtige Rolle als Ideengeber übernehmen, aber eine Kooperation mit ihnen oder der Kauf eines solchen Unternehmens ist ganz sicher kein Allheilmittel. Und wie bei jedem Investment sollten Maschinenbauer hier nicht aus lauter Euphorie oder Panik über das Ziel hinausschießen, sondern die langfristigen Implikationen einer Integration des Start-up-Geschäftsmodells für die eigene Profitabilität sorgfältig abwägen. 

Hier geht es zu Sascha Blogeintrag auf LinkedIn.

Sascha Hackstein verfügt über mehr als 20 Jahre General-Management-Erfahrung im internationalen Industrieumfeld und bekleidete mehrere Geschäftsführungspositionen bei führenden produzierenden Unternehmen und im Technischen Handel. Als Direktor bei Atreus befasst er sich unter anderem mit Projekten in den Bereichen Vertrieb und Marketing, Produktion, Supply Chain Management sowie der digitalen Transformation. 
<link 105><strong>Zum Profil von Sascha Hackstein.</strong>&nbsp;</link>

Autor dieses Artikels: Sascha Hackstein

Sascha Hackstein verfügt über mehr als 20 Jahre General-Management-Erfahrung im internationalen Industrieumfeld und bekleidete mehrere Geschäftsführungspositionen bei führenden produzierenden Unternehmen und im Technischen Handel. Als Direktor bei Atreus befasst er sich unter anderem mit Projekten in den Bereichen Vertrieb und Marketing, Produktion, Supply Chain Management sowie der digitalen Transformation. 

Zum Profil von Sascha Hackstein. 

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