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Wellen im Netz – Digitalisierung bei Arvato

Ein Interview mit Achim Berg, Vorstandsvorsitzender von Arvato

Der Transformator. Achim Berg, 50, ist seit April 2013 Vorstandsvorsitzender von Arvato. Der Diplom-Informatiker war seit 2007 Deutschland-Chef des Softwareriesen Microsoft, ehe er 2010 in die Konzernzentrale nach Redmond wechselte, wo er weltweit Vertrieb und Marketing des Windows Phone verantwortete. Davor war der Rheinländer fünf Jahre bei der Festnetzsparte der Deutschen Telekom Vorstand für Vertrieb und Service.

Achim Berg

Der Transformator. Achim Berg, 50, ist seit April 2013 Vorstandsvorsitzender von Arvato. Der Diplom-Informatiker war seit 2007 Deutschland-Chef des Softwareriesen Microsoft, ehe er 2010 in die Konzernzentrale nach Redmond wechselte, wo er weltweit Vertrieb und Marketing des Windows Phone verantwortete. Davor war der Rheinländer fünf Jahre bei der Festnetzsparte der Deutschen Telekom Vorstand für Vertrieb und Service.

Herr Berg, Sie gelten als Vorzeige-Digitaler unter Deutschlands Managern und Unternehmenslenkern. Zeigen Sie uns mal, wie viele Geräte Sie gerade dabei haben?

Klar, gerne. Meistens sind es fünf: Haupt-Handy, Reserve-Handy, iPod, Notebook und eine Uhr mit einer SIM-Karte, auf die ich interessante Android-Apps herunterladen kann. Zum Beispiel die App Runtastic, die via GPS meine Trainingsläufe dokumentiert. Ich habe ein Interesse daran, zu verstehen, was in Sachen Technik gerade kommt und welche Trends sich entwickeln. Dazu muss ich auch Dinge wie Nikes Fuelband oder eben diese Uhr selbst ausprobieren, um zu verstehen, wohin die digitale Transformation geht. 

Wie hat es Sie als digitalen Transformator dann zu Arvato verschlagen, einem Moloch, den viele nur als analogen Drucker und Vertriebsriesen kennen?

Arvato kommt aus dem Buchversand und Druck. Aber heute ist Arvato etwas ganz anderes, wir sind einer der führenden Technologie-Dienstleister der Welt. Wir machen alles, von Druck und Logistik über Callcenter und Web-Shop bis zum Betrieb von Rechenzentren und Finanzdienstleistungen. Durch die Digitalisierung steckt in diesem Sektor viel mehr Dynamik als in Märkten wie Telekommunikation oder Software, in denen ich vorher tätig war. 

Was ist an Dienstleistung digital?

Alles – der komplette Sektor ist massiv IT- und technologiegetrieben. Nur ein Beispiel: Früher haben wir Benutzerhandbücher für unsere Kunden aus der Autobranche konzipiert, zusammengestellt und gedruckt. Heute entwickeln und produzieren wir gleichzeitig die entsprechende App für die Autokäufer. Oder nehmen Sie die Logistik: Die entwickeln wir seit geraumer Zeit in Richtung E-Commerce weiter und sind seit der Übernahme von Netrada 2013 Europas größter Betreiber von Web-Shops für die Mode- und Lifestylebranche. 

Es klingt trotzdem nach Old School, wenn Sie als Digital-Prediger in Gütersloh feierlich eine neue 20 Millionen Euro teure Offset-Druck-maschine in Betrieb setzen.

Das ist immerhin die modernste der Welt. Die druckt nicht nur blitzschnell Kataloge, sie kann auch Flyer drucken, Beileger, auf die der Einzelhandel sehr stark setzt. Wenn wir schon die größte und modernste Offset-Druckerei Europas haben, müssen wir immer wieder investieren, um den Vorsprung zu halten. Maschinen wie diese bringen uns Kostenvorteile und helfen uns, neue große Aufträge anzunehmen... 

„Wir sind einer der führenden Technologie-Dienstleister der Welt. “

...wie etwa den prestigeträchtigen Druckauftrag des „Spiegels“, der Arvato angeblich 24 Millionen Euro Umsatz im Jahr beschert. Aber steckt denn etwa im Katalogdruck noch Wachstum, wenn der E-Commerce so stark boomt?

1000-Seiten-Wälzer haben keine Zukunft. Stattdessen entwickelt sich aber gerade eine Mischung aus Magazin und Katalog sehr gut. Wir haben festgestellt, dass selbst Online-Verkäufe erst dann richtig abgehen, wenn ein Offline-Katalog danebenliegt.

Irritiert Sie das nicht?

Nein, für viele Käufer ist es offenbar spannend, einen Katalog durchzublättern und Dinge gedruckt vor sich zu sehen. Das gilt für alle Altersstufen. Nehmen Sie den Versender Zalando – warum lassen die wohl einen Katalog drucken? Es geht um das Erlebnis, sich hinzusetzen und zu schmökern. Deshalb wird sich der gedruckte Katalog noch lange halten. Aber gleichzeitig müssen wir in allen Bereichen vorausahnen, was kommt. Nehmen Sie das Thema 3-D-Druck, es ist vielleicht noch etwas früh, aber wir müssen uns damit beschäftigen.

Warum?

Es wird nicht mehr lange dauern, dann kommen viele Ersatzteile aus dem Drucker. Das hat auch Folgen für Arvato, denn es stellt die ganze Logistikkette auf den Kopf. Wir müssen uns dann 3-D-Drucker in unsere Lager stellen, weil kleine Losgrößen nicht mehr produziert und gelagert, sondern nach Bedarf ausgedruckt werden. Auf solche Entwicklungen müssen wir sehr flexibel reagieren können. 

Haben Sie deshalb Arvato komplett umgebaut und von 23 Einheiten auf nur noch sieben Säulen vereinfacht?

Ja. Die neue Struktur bringt uns größere Flexibilität. Vorher waren viele Teile des Konzerns stark in sich abgeschlossen, und die Zusammenarbeit war sehr kompliziert. Jetzt gibt es eine Geschäftsführung etwa über dem ganzen Bereich Logistik, die das Zusammenspiel koordiniert. [...] 

„Durch die Digitalisierung steckt in diesem Sektor viel mehr Dynamik als in Märkten wie Telekommunikation oder Software. “

Neu ist der Bereich Digital Marketing – eröffnet Arvato eigene Werbeagenturen?

Nein, die Idee ist eine andere: Es dürfte in Deutschland kaum ein anderes Unternehmen geben, das über ähnlich viele Konsumenten- und Marketingdaten verfügt wie Arvato. Nehmen Sie allein die Versanddaten aus der Logistik, die Finanzdaten über Kunden oder die Informationen aus Kundenbindungsprogrammen wie Webmiles.  

 

Wir verschaffen uns gerade einen Überblick, auf welchem Schatz wir da sitzen, wie wir diese Daten verknüpfen können und welche Restriktionen für die Nutzung existieren. Und das machen wir quer durch den ganzen Bertelsmann-Konzern. [...] 

Dieser Artikel ist in der folgenden Gesamtausgabe der A.network "Umdenken (Ausgabe 18)" erschienen

Umdenken

Digitalisierung und das Internet der Dinge dringen in alle Lebensbereiche vor, verändern unseren Alltag und krempeln Denkweisen und vertraute Strukturen um. Sie fordern neue Herangehensweisen, denn selbst die erfolgreichsten Geschäftsmodelle können morgen schon überholt sein.

Digitalisierung und das Internet der Dinge dringen in alle Lebensbereiche vor, verändern unseren Alltag und krempeln Denkweisen und vertraute...

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