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Atreus Workshop Healthcare Solutions – „Klinik der Zukunft“

Die Klinik von morgen soll alles gleichzeitig bieten: exzellente Gesundheitsversorgung, einen attraktiven Arbeitsplatz für das Personal, schwarze Zahlen für die Anteilseigner – ganz zu schweigen von immer neuen gesetzlichen Anforderungen. Aus Sicht der Krankenhäuser erscheint es wie die Quadratur des Kreises, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Wie aber müsste eine Lösung aussehen, die uns der Klinik der Zukunft schon heute ein Stück näher bringt?

Über diese brisante Frage diskutierten Healthcare-Experten beim Atreus Workshop Health Care Solutions im Airport Club Frankfurt – in einer lebhaften Diskussion unter Moderation von Atreus Direktor Harald Smolak. Mithilfe von Design-Thinking-Methoden nahm der Expertenkreis die Herausforderungen der Klinikbranche aus Perspektive des Patienten unter die Lupe – mit spannenden Ergebnissen, die im Rahmen einer Workshop-Serie in eine prototype Lösung für die Klinik der Zukunft münden sollen. 

„Man kann von einer echten Paradoxie sprechen: Auf der einen Seite die Vorstellung von Robotics und Künstlicher Intelligenz, auf der anderen Seite der Alltag in den Kliniken.“

Harald Smolak, Direktor und Leiter der Solution Group HR, Atreus

Kernthesen zur Klinik der Zukunft

1. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft in der Klinikbranche eine große Lücke.

Wenn es um die Klinik der Zukunft geht, ist oft von großen Visionen die Rede – von Robotern und Künstlicher Intelligenz, die Ärzten und Pflegepersonal die Arbeit abnehmen. „Big Data, bitte in den OP!“, lautete kürzlich die Überschrift eines Artikels in Die Welt. Doch Patienten erfahren Tag für Tag am eigenen Leib, dass wir davon noch meilenweit entfernt sind, wie Atreus Direktor Harald Smolak beschreibt: „Wir stehen noch ganz am Anfang. Die Mitarbeiter in den Kliniken sind Tag für Tag mit aufwändiger manueller Arbeit beschäftigt.“ Smolak selbst hat im Vorfeld einer Operation beobachtet, wie zeit- und nervenraubend sich die Medienbrüche, Listen und das mehrfache Erfassen von Daten in der Klinik von heute auf das Wohlbefinden als Patient auswirken. „Man kann hier von einer echten Paradoxie sprechen: Auf der einen Seite die Vorstellung von Robotics und Künstlicher Intelligenz, auf der anderen Seite der Alltag in den Kliniken.“ 

2. Die Anforderungen an Gesundheitsversorgung verändern sich fundamental.

In einigen Jahren, wenn die Baby Boomer in Rente gehen, werden die Krankenkassen Finanzprobleme bekommen. Doch die Anforderungen an die Gesundheitsversorgung verändern sich auch in anderer Hinsicht fundamental, beobachtet Monika Rimmele, Senior Director Government Affairs bei Siemens Healthineers, der Medizintechniksparte von Siemens. Dabei gehe es aber nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität: „Wir müssen darüber sprechen, was Qualität in der Versorgung bedeutet: War eine Operation erfolgreich, wenn sie aus rein medizinischer Sicht gut verlaufen ist oder wenn sich die Gesundheit des Patienten durch die Operation nachhaltig verbessert?“ Effiziente Behandlung, beste Versorgung, hohe Qualität und professioneller Service lauten die Anforderungen, die Kliniken in Zukunft mehr denn je simultan erfüllen müssen.

„Die Klinik der Zukunft muss die Rolle des Medical Concierge für den Patienten annehmen.“

Dr. med., MBA, LL.M Tobias D. Gantner, Gründer und Geschäftsführer der HealthCare Futurists GmbH

3. Die Klinik der Zukunft ist auch ein ‚Medical Concierge‘ für den Patienten.

„Die Klinik der Zukunft muss die Rolle des Medical Concierge für den Patienten annehmen“, fordert Dr. med., MBA, LL.M Tobias D. Gantner, Gründer und Geschäftsführer der HealthCare Futurists GmbH, eines Think Tanks und Make Tanks für Beweger und Erneuerer im Gesundheitswesen. Für den Patienten zählt das Ergebnis, etwa: Wie schnell kann ich nach der Knieoperation wieder Skifahren? – aber auch die Art und Weise der Behandlung. Einzelne Krankenhäuser haben schon damit begonnen, durch stärkere Patientenzentrierung, hotelähnliche Services und digitale Zusatzangebote eine starke Marke zu etablieren, aber in der Breite besteht hier noch enormer Nachholbedarf. „Es wäre eine große Erleichterung für den Patienten, wenn er seine Daten für die Anamnese bereits vorab in ein Portal eintragen könnte“, sagt Atreus Direktor Harald Smolak – ganz abgesehen von vernetzten Feedback- und Bezahllösungen in einer solchen Plattform. Monika Rimmele von Siemens sieht das ähnlich: „Im Gesundheitswesen von morgen gibt es die Klinik von heute nicht mehr.“ 

4. Angesichts der Transformation der Kliniken verändert sich auch die Rolle des Arztes.

Kliniken und Ärzte müssen sich viel stärker als heute als Dienstleister begreifen, der ausgetauscht werden kann, wenn der Patient nicht zufrieden ist. In Deutschland ist dieser Gedanke noch nicht vollends angekommen: Anders als andere Länder verstehen wir Deutsche das Gesundheitssystem immer noch als Vollkaskosystem, in dem alle Leistungen von der Krankenkasse bezahlt werden müssen. Und doch wird sich das Verhältnis von Patient und Arzt über kurz oder lang wandeln. „Der Arzt als Gott in Weiß hat ausgedient“, sagt der Humanmediziner Dr. Gantner. Als Beleg führt er Jameda an, aber auch florierende Start-ups wie BetterDoc, die Patienten den bestmöglichen Arzt für ihre individuelle Situation empfehlen: „Patienten wollen Convenience.“ Sprich: Auch im Gesundheitssektor müssen Bewertungs- und Vergleichsplattformen sehr einfach zu nutzen sein.

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5. Krankenhäuser müssen ihren Umgang mit Daten revolutionieren.

„In Zukunft wird der Patient einfordern, dass seine Daten digital vorliegen“, sagt Dr. Gantner von HealthCare Futurists. Krankenhäuser sollten entsprechende Dienstleistungen entwickeln – vom Hosting der Patientendaten über die jederzeitige Bereitstellung relevanter Informationen über sämtliche Schnittstellen bis hin zu Services im Kontext von Diagnostik und Prognostik: „Der Mehrwert von Daten für die Prognostik ist noch längst nicht ausgeschöpft“, sagt Dr. Gantner. Atreus Direktor Harald Smolak zieht Parallelen zwischen Patienten- und Verbraucherverhalten: „Der Patient könnte sich wie ein Kunde vom Konsumenten zum Prosumenten entwickeln“, also zu einem Verbraucher, der aber zugleich auch Produzent ist. Wie andere Branchen sollten Krankenhäuser auf Künstliche Intelligenz und Analytics setzen, auch um ihre Produktivität zu erhöhen.

6. Die Vollkaskomentalität verhindert in Deutschland den Vormarsch digitaler Gesundheitslösungen.

„Im Jahr 2018 bezahlen immer noch die Krankenkassen die Kosten medizinischer Behandlungen“, sagt Dr. med. Gerhard M. Sontheimer, Vorstand des Klinikverbunds ANregiomed gKU. Der einzelne Arzt könne daher kaum beeinflussen, welche Geräte verwendet würden. Ganz anders ist der Fall in China gelagert: „Was die Digitalisierung der Prozesse und die Nutzung von Daten angeht, liegt China weit vor den Europäern und US-Amerikanern“, sagt Dr. Sontheimer. „In China bezahlt man die Behandlung vorab über WeChat, alle Dokumente liegen in der Cloud, sämtliche Prozesse sind digitalisiert.“ Hierzulande lautet die Devise hingegen noch immer ‚Was nicht von der Kasse bezahlt wird, wird nicht erbracht‘ – anders als wiederum in den USA, wo viele Leistungen selbst bezahlt werden müssen, wie Atreus Manager Volker Kiefer ins Feld führt: „In Deutschland verhindert die Vollkaskomentalität die Transformation in den Krankenhäusern.“ Dr. Sontheimer erachtet das deutsche System zwar als extrem effizient; es werde allerdings über pauschalisierte Entgeltsysteme und damit völlig anders gesteuert. Einzige Ausnahme: der Trend zur Lifestyle-Medizin. 

„Die Digitalisierung eines Krankenhauses scheitert an Organisationsproblemen, nicht an technischen Fragen. “

Dr. med. Gerhard M. Sontheimer, Vorstand, ANregiomed gKU Ansbach

7. Anders als vor zwanzig Jahren sind Krankenhäuser heute renditeorientierte Unternehmen – und das müssen sie auch sein.

Vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren galt für medizinische Einrichtungen noch das Prinzip der Kostendeckung. „Heute sind Krankenhäuser Unternehmen“, sagt Dr. Sontheimer von ANregiomed. Ein Hersteller, der ein CT verkaufen wolle, müsse sich heute direkt an den CEO des Krankenhauses wenden und ihm die Produktivitätsvorteile durch das neue Gerät überzeugend vorrechnen. Auch der internationale Trend zum Rückgang der Patientenverweildauer lasse sich durch diese Konzentration auf effiziente Prozesse erklären. Wie Dr. Sontheimer ausführt, ist der Fokus auf Renditen in der Gesundheitsbranche nach wie vor schwach ausgeprägt, aber „ein Krankenhaus kann auf Dauer nur arbeiten, wenn es profitabel ist.“ 

8. Die Klinik der Zukunft muss die Digitalisierung intelligent für sich nutzen, um auf Dauer profitabel zu sein.

Angesichts des demografischen Wandels werden künftig immer mehr Patienten immer weniger Ärzten und Pflegern gegenüber stehen. Kliniken müssen deutlich produktiver werden, um nachhaltig eine adäquate Gesundheitsversorgung gewährleisten zu können. Ein Krankenhaus, das Geld verdienen soll, muss daher den Umschlag pro Klinikplatz maximieren. Einer der Schlüssel zur Profitabilität ist die weitgehende Digitalisierung vieler Prozesse, wobei Krankenhäuser viel von anderen Branchen lernen können. Atreus Direktor Erich Mayer berichtet: „Der Chef eines Klinikums hat mir einmal gesagt: Ein Prozess im Krankenhaus unterscheidet sich im Grunde nicht von einem Prozess in der Automobilindustrie.“ Zugleich gilt es nicht nur Effizienz, sondern auch hohe Behandlungsqualität, beste Versorgung und Komfort für die Patienten sicherzustellen. Das Krankenhaus der Zukunft muss in möglichst kurzer Zeit möglichst viel medizinische Betreuung bieten. Hier sind auch die Medizintechnikhersteller in der Pflicht: Die Hersteller müssen Krankenhäuser dabei unterstützen, effizienter zu werden. Dazu sollten sie sich ins Ökosystem Krankenhaus aktiv einbinden.

9. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen scheitert insbesondere an Organisationsproblemen, nicht an technischen Fragen.

In erster Linie handelt es sich bei der digitalen Transformation eines Unternehmens um eine organisatorische Veränderung. Technologie ist nur der Enabler. Auch Probleme bei der Digitalisierung im Krankenhaus entstehen vor allem dann, wenn die beteiligten Personen ihr Verhalten ändern müssen, weiß Dr. Sontheimer von ANregiomed aus seiner Erfahrung zu berichten. Auf Widerstand der Beteiligten stoße man zum Beispiel, wenn man – im Sinne des Patienten – die Anamnese im Krankenhaus nicht dreimal, sondern nur einmal stattfinden lassen wolle: „Für den Empfang, für die Pfleger, für die Assistenzärzte ist die Anamnese ein Teil der Existenzberechtigung.“ Dr. Gantner pflichtet ihm mit Blick auf die gesamte Healthcare-Branche bei: „Wir dürfen nicht den Fehler machen, ein emotionales Problem technisch lösen zu wollen. Verhaltensänderung ist der heilige Gral bei der Entwicklung und Nutzung aller medizinischen Apps.“ Und Atreus Direktor Erich Mayer ergänzt: „Um die Lücke zwischen der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts und dem dazu passenden Verhalten zu schließen, bedarf es oft eines externen Katalysators.“  

„Wir müssen darüber sprechen, was Qualität in der Versorgung bedeutet: War eine Operation erfolgreich, wenn sie aus rein medizinischer Sicht gut verlaufen ist oder wenn sich die Gesundheit des Patienten durch die Operation nachhaltig verbessert?“

Monika Rimmele, Senior Director Government Affairs, Siemens Healthineers

10. Angesichts regulatorischen Drucks und komplizierter IT-Landschaften ist die Digitalisierung im Gesundheitssektor deutlich schwieriger als in anderen Branchen.

In deutschen Kliniken lassen sich bereits viele Bemühungen zu Automatisierung und Digitalisierung beobachten, sind sich die Experten einig. Allerdings seien die immer neuen, extrem schnell umzusetzenden regulatorischen Anforderungen ein Problem für viele Häuser. „Solange die Rahmenbedingungen nicht stimmen, können Kliniken die digitale Transformation nicht selbst stemmen“, sagt Atreus Direktorin Marion Weidenhausen. Die Zeiten für Dokumentation und Administration sind bereits heute extrem hoch. Krankenschwestern sitzen im Durchschnitt etwa 50 Prozent ihrer Arbeitszeit vorm PC, bei Ärzten sind es 30 Prozent, wie Dr. Sontheimer von ANregiomed zu berichten weiß. Doch auch die IT-Landschaften selbst erschweren eine digitale Transformation, wie Monika Rimmele von Siemens erläutert: „Krankenhäuser haben oft hunderte IT-Systeme, die nicht interoperabel sind“ – wodurch neue Systeme auch immer neue Schnittstellen, Medienbrüche und Organisationskosten mit sich bringen. Auch die schmalen IT-Budgets setzen enge Grenzen. Vor allem bei kleinen Kliniken liegt der Anteil des IT-Aufwands am Umsatz bei gerade einmal einem Prozent. 

11. Um die digitale Transformation im Gesundheitssektor erfolgreich voranzutreiben, sind Partnerschaften extrem wichtig.

Die Spieler im Gesundheitssektor sollten gemeinsame Projekte starten, um Innovation voranzutreiben. Dabei ist es ratsam, mit Early Adoptern zu kooperieren und neue Modelle nicht sofort flächendeckend auszurollen, sondern zunächst im kleinen Rahmen zu testen. Dr. Sontheimer von ANregiomed verlangt auch den Medizintechnikherstellern höhere Risikobereitschaft ab: „Eine Technologiepartnerschaft funktioniert nur, wenn der Anbieter bereit ist, ein Risiko einzugehen und sich in die Wertschöpfungskette des Krankenhauses zu integrieren.“ Er befürwortet Flatrates oder Pay-per-use-Verträge für medizinische Geräte; Modelle, die auch Atreus Manager Kiefer aus seiner Praxis kennt: „Risikoteilung ist in einer Partnerschaft extrem wichtig. Doch dafür muss die Vertrauensbasis stimmen – und die kommt nicht über Nacht.“ 

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