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Presseartikel

E-Food-Markt: Ist Aldi der Game Changer?

Atreus Direktor und Handelsexperte York von Massenbach analysiert die Lage in seinem Gastbeitrag in W&V, 4. Mai 2022 

Der Einstieg von Aldi in den deutschen E-Food-Sektor wird von Experten schon längst erwartet. Es wird angenommen, dass der Discounter zunächst seinen sogenannten “Click & Collect”-Service ausbauen wird. Ähnlich ist Aldi bereits in den USA, Großbritannien und Irland vorgegangen. In Deutschland hat der E-Food-Markt ein milliardenschweres Potenzial, das sich der Discounter nicht entgehen lassen will. Für Aldi heißt es, rasch in einen Markt einzutreten, der bereits erfolgreich von anderen bedient wird, um keine Marktanteile zu verlieren. Wie groß das Marktpotenzial ist, zeigt ein Blick in die Nachbarländer, wo Supermarktkonkurrenten mit E-Food-Aktivitäten bereits Milliardenumsätze machen. In Deutschland haben sich die beiden Pioniere Edeka und Rewe schon erfolgreich positioniert und in den letzten Jahren einen großen Erfahrungsschatz im Online-Handel mit Non-Food-Waren aufgebaut.

Stehen wir in Deutschland damit kurz vor einem Wendepunkt im Milliarden-Rennen um Lebensmittellieferungen?

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International boomt die Branche

Im benachbarten internationalen Umfeld – Niederlande, Frankreich und Großbritannien – erzielen Supermarktketten mit E-Food-Aktivitäten bereits Milliardenerlöse:

  • Tesco (GB) E-Food Umsatz 2021: 7,2 Milliarden Pfund
  • Asda (GB) E-Food Umsatz 2021: 6,6 Milliarden Pfund
  • Anteil E-Food Umsatz am Gesamtumsatz bei Asda: 20 Prozent
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Hybride Vertriebsstrategien besser als proprietäre Online-Vertriebsmodelle

Auffällig ist, dass keiner der genannten Lebensmittelhandelskonzerne sich alleine auf proprietäre Online-Vertriebsmodelle verlässt, sondern regelmäßig andere “Drittparteien” in Form von Lieferdiensten nutzt. Der niederländische Marktführer Albert Heijn etwa kooperiert sowohl mit den Essenslieferdiensten Deliveroo und mit einer Lieferando-Tochter.

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„Die Zielgruppe sind junge Käufergruppen, die nach dem Muster ‚I want it now‘ agieren. Sie sind weniger preissensibel, ihnen geht es um Convenience und den sogenannten ‚Notkauf‘.“

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 „Rewe to Go”, der deutsche E-Food-Pionier

Rewe bedient seine Kunden seit zehn Jahren mit dem E-Food-Service “Rewe to Go”, ist damit der Pionier am deutschen Markt und wird Prognosen zufolge in diesem Jahr erstmals die Umsatzgrenze von 1 Milliarde überschreiten.

Rewe verlässt sich, wie andere auch, nicht allein auf proprietäre Online-Vertriebsmodelle, sondern fährt eine hybride Vertriebsstrategie und hat sich bei Lieferdiensten eingekauft. Seit 2021 hält Rewe eine Beteiligung an Flink, einem der beiden deutschen Marktführer im Quick-Commerce. Über seine Discounttochter Penny ging Rewe eine Kooperation mit Bringoo ein.

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Der E-Food-Markt in Kürze

  • Der E-Food-Markt hat ein milliardenschweres Potenzial. Supermärkte in den Nachbarländern machen es vor.
  • Der Wettbewerb ist mit Rewe und Edeka bereits erfolgreich im Markt positioniert und hat einen deutlichen Vorsprung.
  • Hybride Vertriebsstrategien schaffen ein Gleichgewicht zwischen Potenzial und Risiko: Proprietäre Online-Lieferangebote der Supermärkte und Discounter werden durch Kooperationen mit Lieferdiensten ergänzt. Dazu sollten auch Quick-Commerce-Angebote zählen.

Marktsegment Quick-Commerce

Bislang alles andere als profitabel. Aber was nicht ist, kann schnell werden.

Die bekannten Quick-Commerce-Anbieter sind derzeit alles andere als profitabel. Schuld daran sind die horrenden Marketingausgaben mit rund 15 Prozent Umsatzanteil, die erforderlich sind, um das Angebot in den Markt zu drücken. Das dies jedoch der richtige Weg ist, haben Amazon und Zalando bereits erfolgreich belegt. Und es ist viel Geld von Risikokapitalgebern und von vorausschauenden börsennotierten Gastrolieferdiensten im Spiel. So haben etwa Gorillas oder Flink bereits 2 Jahre nach Gründung als Unicorns eine Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar erreicht. Zweifelsfrei dürfte sich das Quick-Commerce-E-Food-Segment im Lebensmittelhandel festsetzen, aber es ist auch eine Konsolidierung zu erwarten, bei der die größte Kundenreichweite ausschlaggebend sein wird.

Der Autor

Steht gerne für Fragen und Antworten zur Verfügung.

Lesen Sie den vollen Artikel in W&V vom 4. Mai 2022

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