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Atreus in den Medien

Wissings Zugpläne: Bis 2030 brauchen Bahnfahrer starke Nerven

Beitrag in der Frankfurter Rundschau vom 12. März 2024.

Die Deutsche Bahn plant eine umfassende Sanierung von mehr als 4000 Kilometern Gleisen, was zu erheblichen Einschränkungen für Bahnreisende führen wird. Atreus Direktor Thomas Gläßer steht der Frankfurter Rundschau Rede und Antwort.

Baustellenchaos auf den Schienen

Wer mit der Bahn in Deutschland reist, muss Geduld mitbringen. Im Jahr 2023 erreichten die Züge der Deutschen Bahn eine Rekordunpünktlichkeit, wobei nur jeder dritte Fernzug sein Ziel rechtzeitig erreichte. Die Ursache dafür liegt laut Bahn hauptsächlich in den zahlreichen Baustellen entlang der Strecken. Ende des Jahres wurden rund 75 Prozent der Fernverkehrszüge auf ihrer Route durch mindestens eine Baustelle ausgebremst. Die Anzahl der Baustellen wird vorerst nicht abnehmen, sondern sogar zunehmen.

Großbaustelle Bahn: Langfristige Streckensperrungen bis 2030

Bis 2040 sollen insgesamt 40 viel befahrene Streckenabschnitte erneuert werden. Dies bedeutet zeitweise Sperrungen von mehr als 4000 Kilometern Gleisen. Der Anfang wird mit der Riedbahn zwischen Mannheim und Frankfurt gemacht, die von Mitte Juli bis Mitte Dezember für Pendler gesperrt sein wird. Dies führt zu Umleitungen von Zügen und verlängerten Reisezeiten, beispielsweise zwischen München und Hamburg um 40 Minuten oder zwischen München und Köln um 30 Minuten. Dies ist jedoch erst der Anfang einer jahrelangen Baustellen-Odyssee. Weitere Streckensperrungen sind für 2025 auf der Strecke Berlin-Hamburg geplant, wobei Züge über Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt umgeleitet werden müssen und zusätzliche Reisezeiten von 45 bis 105 Minuten entstehen. Bis 2030 wird es dann kein Jahr ohne Großbaustelle geben.

Haushaltsurteil bremst Bahnpläne aus: Streckenausbau wird vernachlässigt

Trotz der Herausforderungen ist die Sanierung alternativlos, so Thomas Gläßer. Die Modernisierung und Instandhaltung der Netze sei eine Kernaufgabe jedes Infrastrukturbetreibers, einschließlich der Deutschen Bahn. Auch Verkehrsminister Volker Wissing sieht die Generalsanierung als unumgänglich an, um wieder pünktlichere Züge zu gewährleisten. Allerdings fokussiert sich die Politik derzeit mehr auf Sanierung statt auf den Ausbau des Streckennetzes. Dies liegt zum Teil daran, dass nach einem Haushaltsurteil aus Karlsruhe das Geld für den Streckenausbau fehlt. Die Mittel sind knapp, was dazu führen könnte, dass nicht alle geplanten 40 Projekte umgesetzt werden können.

D

„Die Sanierung ist alternativlos. Wir müssen in die Modernisierung und Instandhaltung unserer Netze investieren, um langfristig einen zuverlässigen Bahnverkehr zu gewährleisten.“

Auswirkungen für Zugfahrer

Die Sanierungsarbeiten führen zu deutlichen Einschränkungen beim Reisen, die nicht nur punktuell auftreten, sondern flächendeckend bis 2030 zu spüren sein werden. Streckensperrungen erfordern Umleitungen, was zu längeren Reisezeiten führt und die Belastung auf den übrigen Strecken erhöht. Dies wiederum führt zu vermehrten Abnutzungserscheinungen und weiteren Sanierungen, was zu einer fortlaufenden Erneuerungsspirale führt, aus der möglicherweise kein Entkommen mehr möglich ist, so Gläßer.

Quelle: Frankfurter Rundschau, veröffentlicht am 12. März 2024

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