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Atreus in den Medien

Ausblick auf die Automobilindustrie 2024

Interview mit dem Leiter der Solution Group Automotive und Mobility, Stefan Randak

In der Ausgabe von “Automobil Industrie” vom 2. Februar 2024 spricht Stefan Randak über die Zukunft der Automobilbranche, über eine Welt im Krisenmodus, sich wandelnde Märkte und neue Wettbewerber aus China sowie ehemalige Niedriglohnländer und mehr.

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„Die deutschen Hersteller müssen bei der Batteriezelltechnologie und der Software konkurrenzfähiger und unabhängiger werden. Der chinesische Markt (Absatz und Wettbewerb) verdient ein gesondertes Augenmerk.“

Globale Krisen und ihre Auswirkungen:

Die Welt befindet sich im Krisenmodus. Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie Spannungen zwischen China und Taiwan beeinträchtigen die Automobilindustrie durch Blockaden von Rohstoffquellen und Lieferwegen. So kommt es zu steigenden Preise und Kaufzurückhaltung in wichtigen Absatzmärkten.

Transformation der Branche: Strukturelle Herausforderungen

Die Transformation des Automobilsektors steht vor strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen die Umstellung auf alternative Antriebe wie Elektrifizierung, Wasserstoff und E-Fuels sowie die zunehmende Digitalisierung des Fahrzeugs durch Car Connectivity, Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren. Software ist mittlerweile essenziell. Obwohl die Deutschen sehr technikaffin sind, führen Tesla und chinesische Anbieter bei der Transformation der Automobilbranche.

Neue Wettbewerber aus China

China ist mittlerweile der führende Absatzmarkt für alle Hersteller, noch vor den USA und Europa. Bald wird in China ein Volumen umgesetzt, das dem der USA und Europa in Summe entspricht. Weltweit wurden 10,2 Millionen E-Fahrzeuge (BEV) verkauft, dabei die Hälfte in China – und die Tendenz ist steigend.

Chinesische Hersteller wie BYD trumpfen zunehmend auf, so planen sie Fabriken in Europa und locken Kunden mit niedrigen Preisen und ansprechender Software.

Abnehmende Produktion in Niedriglohnländern

Der Kostenvorteil durch die Produktion in den Niedriglohnländern des Ostens sinkt weiter, seit 2012 sind die Lohnkosten durchschnittlich um 80 Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter auf dem Markt nicht mehr ohne weiteres verfügbar sind.

EU-Regularien und Rahmenbedingungen

Die EU strebt an, Europa auf einen CO2-neutralen Weg zu bringen. Beispiele sind die “kreislauffähige Automobilindustrie”, die Verbau-Pflicht von bestimmten Assistenzsystemen, sowie das „Fit for 55″ Package. Damit ist jedoch eine Vielzahl neuer Vorschriften und damit ein administrativer und kostenintensiver Aufwand verbunden, was zu Wettbewerbsnachteilen führen kann .

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„ Die Neuzulassungen für Pkw im Jahr 2023 sprechen eine klare Sprache: China 25,8 Millionen Einheiten, USA 15,5 Millionen Einheiten und Europa 12,9 Millionen Einheiten.“

Rahmenbedingungen

Automobilproduzenten stehen schwierigen Rahmenbedingungen gegenüber. So wird über hohe Energiekosten, eine marode Infrastruktur, Arbeits- und Fachkräftemangel sowie eine unklare Strategie der Bundesregierung im Umgang mit den Unternehmen geklagt.

In einer Atreus-Studie aus 2023 äußerten 84 Prozent der befragten C-Level-Führungskräfte Bedenken hinsichtlich der aktuellen politischen Lage und ihren Auswirkungen. Ein Viertel der befragten Unternehmen plant, die Investitionen und Kapazitäten in Deutschland zu reduzieren. Mehr als die Hälfte gab an, in den nächsten zwei Jahren im Ausland investieren zu wollen.

Zudem wurde letztes Jahr verkündet, dass Subventionen für Elektrofahrzeuge gekürzt werden, dies könnte dazu führen, dass circa 20.000 Autos weniger verkauft werden.

Branchenausblick: VDA fordert Reformen statt Regulierung

Verschiedene Studien sagen den Verlust von etwa 100.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Automobilindustrie in den kommenden Jahren voraus. Die Sicherung von Arbeitsplätzen während der Transformation ist nicht allein Aufgabe der Industrie, sondern auch eine politische Verantwortung.

Es ist wichtig, dass Klimaschutz nicht nur als Ziel betrachtet wird, sondern auch als Chance für den Aufbau neuer Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum genutzt wird.

Für eine erfolgreiche Industrie-Transformation sind funktionierende Rahmenbedingungen entscheidend, sowohl in Deutschland als auch in der EU.

Herausforderungen, wie der abrupte Subventionsabbau, Probleme in der alternativen Energieversorgung und der schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur verlangen einen sorgsamen Umgang mit steigenden Kosten und geplanten Investitionen von Herstellern und Verbrauchern.

Erwartungen an das Automobiljahr 2024

Die Prognosen für das Automobiljahr 2024 sind ernüchternd, speziell für den deutschen Markt.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sagt einen Rückgang der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen voraus.
Um gegen die wachsende Konkurrenz bestehen zu können, müssen die deutschen Hersteller wettbewerbsfähiger in der Batteriezelltechnologie und Software werden.

Quelle: Automobil Industrie, Interview mit Stefan Randak, veröffentlicht am 02. Februar 2024

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