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Atreus Befragung zur Medizintechnik: Entwicklungsland Deutschland?

In fünf Jahren wird der weltweite Markt für Medizintechnik ein Volumen von mehr als 600 Milliarden US-Dollar haben. Der Löwenanteil dürfte auf digitale Anwendungen entfallen. Und Deutschland gilt zwar in Sachen Gesundheitswesen als Vorreiter, scheint mit Blick auf den digitalen Reifegrad und die Vernetzung von Gesundheitsdaten aber weit abgeschlagen. Wie kann die deutsche Medizintechnik diesen Rückstand aufholen? Dazu hat Atreus Entscheider aus der Branche befragt.

Die Ergebnisse der Expertenbefragung im Überblick:

  • Besondere Herausforderungen für Medizingerätehersteller durch Cyber Security, Digitalisierung / Automatisierung und asiatische Wettbewerber; Robotik, KI und 3D-Technologien werden auf absehbare Zeit an Fahrt aufnehmen
  • Um den Herausforderungen zu begegnen, setzen die Unternehmen vor allem auf Kooperationen, Internationalisierung und Standardisierung; Start-ups sowie M&A spielen eine eher untergeordnete Rolle
  • Software-Entwickler, IT-Sicherheitsexperten sowie Ingenieure werden ebenso händeringend gesucht wie Programm-, Prozess- und Projektmanager; der Bedarf wird durch eigenes Recruiting offenbar nicht zu decken sein

Der Fachkräftemangel ist in der Medizintechnik besonders ausgeprägt, da sich die Anforderungen an qualifizierte Mitarbeiter in dieser Branche aktuell stark im Wandel befinden.

In der Medizintechnik weit abgeschlagen: Entwicklungsland Deutschland?

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung liegt Deutschland auf Platz 16 von insgesamt 17 untersuchten Ländern, was die Digitalisierung im Gesundheitswesen anbelangt. Im Alltag der Ärzte und Patienten spielen digitale Technologien bisher kaum eine Rolle, während sie in Ländern wie Estland, Dänemark, Spanien, Israel oder Kanada bereits gang und gäbe sind. „Das passt nicht zu einem Hochtechnologieland wie Deutschland“, sagt Prof. Dr. med. Siegfried Jedamzik, Vorsitzender der Bayerischen TelemedAlllianz (BTA), der sich für die nähere Zukunft allerdings Auftrieb für die Verbreitung digitaler Angebote erhofft.

Selbstverständlich ist hier auch und gerade die Gesundheitspolitik gefragt, wie Prof. Jedamzik fordert. Doch was können konkret die Akteure aus der Medizintechnik unternehmen? Dazu hat Atreus im Sommer 2019 insgesamt 34 Experten befragt, darunter Vorstände und Geschäftsführer, Aufsichtsräte, HR-Leiter, Bereichsleiter und Interim Manager bei führenden Medizintechnik-Unternehmen sowie Ärzte. 

Herausforderungen durch Cyber Security, Automatisierung und asiatische Wettbewerber

Ein Ergebnis der Untersuchung: Im Markt ist ordentlich Bewegung. Die stärksten Veränderungen sehen die befragten Experten in jüngster Zeit

  • beim Angebot neuer Dienstleistungen (Durchschnittswert von 7,7 auf einer Skala von 1 bis 10),
  • neuer Produkte (7,4) sowie
  • Kooperationsmöglichkeiten mit Branchenfremden (6,5).

 

Das Produkt- und Serviceportfolio der Medizintechnikunternehmen wandelt sich vor allem durch neue Anforderungen an Cyber Security und Datenschutz (8,6), Automatisierung und Digitalisierung (7,9) und die zunehmende Vernetzung der Systeme in den Kliniken (7,3). Das deutet darauf hin, dass es in der aktuellen Praxis noch gar nicht so sehr um völlig neue Technologien geht, sondern eher um die grundlegende Optimierung, Digitalisierung und Vernetzung der Prozesse und Daten, wie Prof. Dr. med. Werner Plötz bestätigt. Er ist Chefarzt im Krankenhaus Barmherzige Brüder München und wünscht sich für die Erleichterung seines Behandlungsalltags in erster Linie „theoretisch ganz einfache Maßnahmen, die gar nicht so hochkomplexe digitale Systeme erfordern.“ Dabei gehe es vor allem um die Vermeidung manueller Arbeiten.

Aber auch Robotik, Künstliche Intelligenz und 3D-Technologie werden künftig eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Auf der Angebotsseite sehen die befragten Entscheider asiatische Wettbewerber sowie GAFA, auf der Nachfrageseite die demographische Entwicklung sowie die Anforderungen der Kliniken als wesentliche Treiber der Veränderung. „Die Zukunft wird geprägt sein von Transparenz, Effizienz und Effektivität in den Prozessen“, sagt Prof. Jedamzik. Durch Digitalisierung lasse sich laut einer aktuellen Studie von McKinsey ein hoher Milliardenbetrag einsparen.

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+49 89 452249-440 Harald.Smolak(at)atreus.de

Kooperationen und Internationalisierung statt Start-ups und M&A

Wie reagieren die Unternehmen auf diesen Wandel? Eine besonders wichtige Rolle spielt laut unserer Befragung die Umsetzung der 2017 in Kraft getretenen MDR (Medical Device Regulation) (7,9). Darüber hinaus setzen die Marktspieler auf

  • Kooperationen (7,7),
  • Internationalisierung (7,4) und die
  • Standardisierung von Schnittstellen (7,0).


Weniger wichtig sind demnach die Gründung eigener Start-ups (4,4), der Einsatz von Software-Lizenzen in den eigenen Produkten (5,9) sowie Fusionen und Übernahmen (6,2).  

Entwickler, Ingenieure und Security-Experten händeringend gesucht

Der Fachkräftemangel ist in der Medizintechnik besonders ausgeprägt, da sich die Anforderungen an qualifizierte Mitarbeiter in dieser Branche aktuell stark im Wandel befinden. Händeringend gesucht werden vor allem

  • Software-Entwickler (8,6),
  • IT-Sicherheitsexperten (8,2) sowie
  • Ingenieure (7,7).


Auch Datenanalysten (7,5) und Spezialisten für KI (7,0) sind gefragt – ebenso wie Transformationsexperten (7,4). Ihren Bedarf an Fachkräften versuchen die Unternehmen dabei nach wie vor in erster Linie durch eigenes Recruiting zu decken. Personalberatungen, Plattformen wie LinkedIn oder Xing sowie Interim Management werden noch verhältnismäßig selten genutzt.

Das dürfte sich angesichts der neuen Aufgaben in der Medizintechnik künftig verändern, zumal die befragten Führungskräfte die Rekrutierung des geeigneten Fachpersonals (8,0) als eine ihrer zentralen Herausforderungen für die kommenden fünf Jahre betrachten – an dritter Stelle hinter der Entwicklung neuen Servicegeschäfts und Datenintegrität bzw. -sicherheit (beide 8,2). Die Entscheider sehen sich auch zahlreichen strategischen Managementaufgaben gegenüber, etwa Prozessoptimierung, Produktentwicklung oder Program Management. Im Rahmen dieser Transformationsprozesse, so Atreus Manager Achim Dohl, brauche es „externen Einfluss, der anregt, moderiert, motiviert, aber auch entschlossen und beharrlich anpackt – eben einen Manager mit Kopf und Herz.“  

Die Entscheider sehen sich zahlreichen strategischen Managementaufgaben gegenüber, etwa Prozessoptimierung, Produktentwicklung oder Program Management. 

Fazit

Um möglichst schnell Anschluss an Vorreiter in vernetzten medizintechnischen Lösungen zu gewinnen, bedarf es Mut, von den Erfahrungen anderen Industrien zu lernen – und insbesondere in neuen Geschäftsmodellen zu denken, die sich auf patientenzentrierte Lösungen fokussieren. Unsere Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter, der Bedarf an Therapien, Rehabilitationen und medizinischem Know-how wächst, um Patienten professionelle medizinische Versorgung zu angemessenen Kosten zu gewährleisten. Dafür braucht es vereinfachte Prozesse im Gesundheitswesen – kombiniert mit der Nutzung intelligenter Algorithmen und der aktiven Beteiligung der Patienten. 

<strong><link 643>Zum Profil von Harald Smolak.</link></strong>

Autor dieses Artikels: Harald Smolak, Direktor und Leiter der Solution Group HR

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