

Atreus in den Medien
Der Balanceakt zwischen Förderung und Wirtschaftlichkeit
Interview von Martin Schulz und Thomas Gläßer
Die Wärmewende erfordert hohe Investitionen in den Ausbau der Fernwärme und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Martin Schulz und Thomas Gläßer erläutern in einem Interview, welche Rolle Förderinstrumente für die Wirtschaftlichkeit neuer Wärmenetze spielen. Ihr Fazit: Der Ausbau der Fernwärme kann nur gelingen, wenn Investitionssicherheit und langfristige Förderung Hand in Hand gehen. Hier lesen Sie eine Zusammenfassung.
Hohe Vorleistungen treffen auf einen schrittweisen Hochlauf
Der Aufbau einer Fernwärmeversorgung erfordert erhebliche Anfangsinvestitionen. Martin Schulz und Thomas Gläßer betonen, dass neben Erzeugungsanlagen auch Wärmenetze, Speicher, Übergabestationen und weitere technische Infrastruktur geplant und errichtet werden müssen, bevor erste Erträge erzielt werden können. Die entsprechenden Einnahmen entstehen dagegen erst schrittweise, wenn genügend Gebäude und Großabnehmer an das Netz angeschlossen sind.
Gerade in dieser Anlaufphase treffen hohe Investitionskosten auf wirtschaftliche Risiken. Wie schnell ein Projekt tragfähig wird, hängt unter anderem von der Anschlussdichte, der Auslastung des Netzes und der langfristigen Wärmeabnahme ab. Thomas Gläßer hebt hervor, dass neu errichtete Wärmenetze häufig mehrere Jahre benötigen, bis sie wirtschaftlich eigenständig betrieben werden können. Martin Schulz unterstreicht deshalb die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen, um Investitionen in der frühen Projektphase abzusichern.
Lernen aus der Energiewende
Der Ausbau der Fernwärme erfordert langfristige Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Da hohe Investitionen bereits zu Beginn eines Projekts anfallen, während die Erlöse erst mit dem schrittweisen Anschluss weiterer Abnehmer steigen, kommt der Förderung in der Anlaufphase eine zentrale Bedeutung zu.
Planungssicherheit entscheidet über Investitionen
Neben der Finanzierung sind insbesondere verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen entscheidend für den Ausbau der Fernwärme sind. Kommunale Wärmeplanung, zügige Genehmigungsverfahren, transparente Preisstrukturen und langfristig kalkulierbare Förderprogramme müssen dabei ineinandergreifen.
Für Versorgungsunternehmen und Kommunen bedeutet das, technische Planung, Finanzierung, Anschlussstrategie und Stakeholdermanagement von Beginn an und gemeinsam zu denken. Aus Sicht der beiden Experten entstehen Investitionen dort, wo Planungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven zusammenkommen. Erst wenn belastbare Rahmenbedingungen und ein überzeugender Business Case Hand in Hand gehen, kann Fernwärme ihre Rolle in der Wärmewende flächendeckend erfüllen.
Der Beitrag erschien am 28. Juli 2026 als Interview-Format in Springer Professional.
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