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Atreus in den Medien

Primärpackmittel zwischen Sicherheit und Nachhaltigkeit

Auswirkungen der EU-Verpackungsverordnung PPWR: Pharmaindustrie sieht Konflikt bei Primärpackmitteln

Ein Beitrag von Atreus Direktor Nam Trung Nguyen im Online Magazin “Prozesstechnik” vom 12. August 2026

Neue Anforderungen an pharmazeutische Verpackungen

Die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR stellt auch die Pharmaindustrie vor neue Anforderungen. Verpackungen müssen künftig klar definierte Recyclingfähigkeitsklassen erreichen, gleichzeitig werden Vorgaben zur Verpackungsminimierung, zur Vermeidung von Leerraum und zur Kennzeichnung verschärft. Für pharmazeutische Primärpackmittel wie Vials, Ampullen, Spritzen und Blister gelten zwar längere Übergangsfristen und teilweise Ausnahmen. Dennoch steht die Branche vor einer grundsätzlichen Herausforderung: Die Anforderungen an Kreislaufwirtschaft und Recyclingfähigkeit treffen auf besonders hohe Anforderungen an Arzneimittel und Patientensicherheit.

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„Bei pharmazeutischen Primärpackmitteln dürfen Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, Lösungen zu entwickeln, die Kreislauffähigkeit mit den hohen Anforderungen an Arzneimittel- und Patientensicherheit verbinden. Genau darin liegt eine der zentralen Innovationsaufgaben der Pharmaindustrie.“

Primärpackmittel zwischen Sicherheit und Recyclingfähigkeit

Komplexe Mehrschichtsysteme sind heute auf Barrierewirkung, Sterilität und ein kontrolliertes Extractables- und Leachables-Profil ausgelegt. Genau diese Eigenschaften erschweren jedoch eine sortenreine Rückführung in Stoffkreisläufe. Hinzu kommt das Risiko einer Kontamination mit hochpotenten Wirkstoffen.

Für Nam Trung Nguyen zeigt sich darin ein grundlegender Zielkonflikt: Die Anforderungen der PPWR lassen sich bei pharmazeutischen Primärpackmitteln nicht einfach nach den Maßstäben klassischer Verpackungen bewerten. Entscheidend bleibt, dass jede Veränderung des Materials und des Verpackungssystems mit den Anforderungen an Produktsicherheit, chemische Kompatibilität und Sterilität vereinbar ist.

Neue Materialien allein reichen nicht aus

Auch alternative Kunststoffe bieten bislang keine einfache Lösung. Eine höhere Recyclingfähigkeit muss mit chemischer Kompatibilität, Langzeitstabilität und mechanischer Robustheit im sterilen Handling verbunden werden. Glas wiederum ist regulatorisch etabliert und technisch bewährt, ist jedoch sowohl in der Herstellung als auch im Recycling energieintensiv.

Damit wird deutlich, dass der bestehende Werkzeugkasten an Primärpackmitteln die Anforderungen von Arzneimittel- und Patientensicherheit sowie der PPWR nur begrenz abdeckt. Nguyen sieht deshalb insbesondere bei der Entwicklung neuer Materialien und Verpackungssysteme einen wesentlichen Handlungsbedarf.

Primärpackmittel bleiben die zentrale Herausforderung

Langfristig bleibt jedoch die Entwicklung nachhaltiger Primärpackmittel die entscheidende Aufgabe. Während sich bei Sekundär- und Tertiärverpackungen vergleichsweise schnell Veränderungen umsetzen lassen, berühren Änderungen an Primärpackmitteln unmittelbar die Sicherheit und Zulassung pharmazeutischer Produkte.

Für Nguyen liegt die Zukunft deshalb in Verpackungslösungen, die regulatorische Sicherheit, technische Funktionalität und Nachhaltigkeit von Anfang an gemeinsam denken. Die PPWR wird damit nicht nur zum regulatorischen Handlungsdruck, sondern auch zum Impuls für Innovation entlang der gesamten pharmazeutischen Wertschöpfungskette.

Der Beitrag erschien am 12. August 2026 in Prozesstechnik online.
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