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8. Innovationslounge Digital

Von der Innovation zur Wirkung: Energiespeicher zwischen Forschung und Umsetzung

Wissenschaft und Management im Dialog In Zusammenarbeit mit Fraunhofer Alumni:

Von der Innovation zur Wirkung: Energiespeicher zwischen Forschung und Umsetzung

16. Juli 2026

Energiespeicherung ist ein zentraler Baustein der Energiewende – zugleich jedoch eines der anspruchsvollsten Felder im Zusammenspiel von Forschung, industrieller Umsetzung und marktfähigen Geschäftsmodellen. Entscheidend ist nicht nur die Entwicklung neuer Technologien, sondern vor allem deren Skalierung unter realen Bedingungen.

Bei der INNOVATIONSLOUNGE bringen wir unterschiedliche Perspektiven zusammen: von der wissenschaftlichen Entwicklung und Systemintegration über die industrielle Anwendung bis hin zur unternehmerischen Umsetzung im internationalen Wettbewerb.

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Veranstaltung

Digital via Livestream

16. Juli, 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Moderation: Viktor Deleski, Fraunhofer-Gesellschaft

  • 17:00 Uhr Begrüßung | Fraunhofer-Alumni e. V. | Atreus Gmbh
  • 17:15 Uhr Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub, Institutsleiter, Fraunhofer IGCV / Leiter Lehrstuhl für Produktionstechnik und Energiespeichersysteme, TUM
  • 17:40 Uhr Dr. Sebastian Gamisch, Gruppenleiter Wärme- und Kältespeicher, Fraunhofer ISE
  • 18:05 Uhr Frank Zimmermann, Board Member Dynelectro, ehem. CEO H-TEC Systems
  • 18:30 Uhr Podiumsdiskussion inkl. Dr. Andreas Widl, CEO Samson Group, Fragen aus Publikum und Live-Chat
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Thema

Mit Frank Zimmermann, Dr. Sebastian Gamisch und Florian Steinlehner diskutieren wir entlang konkreter Erfahrungen aus Unternehmensaufbau und Forschung, welche Faktoren darüber entscheiden, ob Innovationen den Sprung aus dem Labor in die Praxis schaffen – und welche Herausforderungen es gibt.
Im Fokus steht damit die zentrale Frage: Wie gelingt der Transfer von Energiespeichertechnologien in wirtschaftlich tragfähige Anwendungen?

Freuen Sie sich auf inspirierende Vorträge und einen anregenden Austausch!

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Innovation

Unternehmen durch schwere Zeiten zu führen, erfordert sturmerprobte Profis mit Power und Fingerspitzengefühl.

Wir unterstützen Sie bei Herausforderungen im Bereich Innovation:

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Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub
Institutsleiter, Fraunhofer IGCV
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„Wertschöpfung bedeutet Wohlstand. Wohlstand bedeutet Demokratie, bedeutet friedliches Zusammenleben.“

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Diskussion in 8 Thesen:

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1. Energiespeicher sind kein Nebenthema. Sie halten das System zusammen.

In der Veranstaltung wird an mehreren Stellen ziemlich klar, worum es eigentlich geht: Die Energiewende scheitert nicht an der Erzeugung allein, sondern an der Frage, wie Energie dann verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird. Genau da kommen Speicher ins Spiel. Monika Landgraf, Direktorin Unternehmenskommunikation und Sprecherin des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, formuliert es sinngemäß sehr nüchtern: Für Industrie und Mittelstand stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob Speicher relevant sind, sondern nur noch, welche Technologie für welchen Anwendungsfall taugt. Das ist der Punkt. Nicht Theorie, sondern Auswahl unter realen Optionen. Wer produzieren muss, braucht Verlässlichkeit. Wer Lasten steuern will, auch. Speicher sind deshalb nicht die Ergänzung zum Energiesystem, sie sind eine seiner tragenden Strukturen.

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2. Bei Batterien geht es um mehr als Technik. Es geht um industrielle Souveränität.

Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub rückt die Batterie konsequent aus der reinen Technikperspektive heraus. Für ihn ist sie Teil einer viel größeren Frage: Wo entsteht künftig Wertschöpfung, und wer kontrolliert die Schlüsseltechnologien? Sein Verweis auf ein mögliches Batterie-Ökosystem „made in Germany“ oder wenigstens „made in Europe“ ist kein PR-Satz, sondern ein industriepolitischer Anspruch. Gleichzeitig bleibt er realistisch. Bei Rohstoffen werde Europa auf absehbare Zeit nicht unabhängig sein, die Abhängigkeit von Asien sei weiter hoch. Gerade deshalb bekommt der Rest der Kette so viel Gewicht: Produktionstechnik, Anlagenbau, Zellfertigung, Integration. Wenn Europa dort schwach bleibt, verliert es nicht nur Marktanteile, sondern Gestaltungsmacht. Dann kaufen wir Schlüsseltechnologie ein, statt sie mitzuprägen.

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3. Europa wird den Batteriemarkt nicht über den billigsten Preis gewinnen.

Prof. Daub lässt keinen Zweifel daran, wie hart der Markt inzwischen ist. Standardzellen laufen in globalen Volumenmärkten, die über Stückkosten, Materialpreise und Skaleneffekte entschieden werden. Wer dort mithalten will, muss riesige Mengen bewegen. Das können andere heute besser. Europas sinnvoller Weg liegt deshalb nicht im Hinterherlaufen, sondern in den Bereichen, in denen technische Anforderungen wichtiger sind als der reine Preis pro Kilowattstunde. Sicherheitskritische Anwendungen. Spezielle Temperaturfenster. Zellen, die nicht einfach austauschbar sind. Dort zählen Fertigungstiefe, Prozessbeherrschung und Systemverständnis. Genau das ist die eigentliche Chance: nicht Masse kopieren, sondern dort stark sein, wo Präzision, Qualität und Anwendungsnähe mehr wert sind als Volumen.

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4. Thermische Speicher sind der blinde Fleck der Debatte.

Dr. Sebastian Gamisch dreht die Perspektive sehr wirksam. Während fast alle über Strom, Batterien und Wasserstoff sprechen, erinnert er an etwas Offensichtliches, das politisch und medial oft untergeht: Ein erheblicher Teil des Energiebedarfs ist Wärme oder Kälte. Prozesswärme, Gebäudewärme, Kühlung, industrielle Temperaturführung. Wer das ausblendet, versteht das Energiesystem nur halb. Genau deshalb bezeichnet er thermische Speicher als Teil des „Schlüsselbunds“ der Energiewende. Nicht als Nebenstrecke, sondern als eigenen Hauptstrang. Besonders überzeugend ist, dass er nicht abstrakt bleibt. Er spricht über konkrete Speicherarten, konkrete Anwendungen und über die Tatsache, dass thermische Speicher im Gesamtsystem oft schlicht die wirtschaftlichere Lösung sind. Das macht die These stark: Die Energiewende wird nicht an zu wenig Batterien scheitern, sondern eher daran, dass Wärme noch immer zu oft wie ein Restproblem behandelt wird.

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5. Fossile Prozesswärme lässt sich ersetzen. Aber nur, wenn jemand anfängt.

Dr. Gamisch macht aus Power-to-Heat kein Zukunftsbild, sondern eine Frage des Umsetzungswillens. Die technischen Optionen liegen auf dem Tisch: Hochtemperaturspeicher, Latentwärmespeicher, saisonale Speicher, Kombinationen mit Wärmepumpen oder elektrischer Beheizung. Das Problem ist nicht mehr, dass niemand weiß, wie es gehen könnte. Das Problem ist, dass zu wenige bereit sind, die ersten größeren Anlagen wirklich hinzustellen. Er sagt ziemlich offen, dass etlichen Technologien nicht viel fehlt außer dem Mut eines Unternehmens, so einen Speicher einmal zu bauen und zu zeigen, dass er im Betrieb funktioniert. Genau das ist der kritische Punkt. Solange diese Demonstrationen fehlen, bleibt jede Diskussion über Dekarbonisierung industrieller Wärme ein Stück weit folgenlos. Erst die gebaute Anlage schafft Vertrauen. Für Betreiber. Für Kapitalgeber. Für den Markt.

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6. Der härteste Teil beginnt nach dem funktionierenden Prototyp.

Frank Zimmermann beschreibt sehr präzise, was in vielen Technologiedebatten gern unterbelichtet bleibt. Ein Produkt kann funktionieren und trotzdem noch weit von einem belastbaren Geschäft entfernt sein. Sein „Sprung drei“ bringt das gut auf den Punkt: Wie wird aus einem entwickelten Produkt etwas, das sich industrialisieren, zertifizieren, finanzieren und im Markt behaupten lässt? Genau da kippt die Logik. Dann reicht die technologische Eleganz nicht mehr. Dann zählen Lieferfähigkeit, Prozessstabilität, Service, Projektstruktur, Kapitalbedarf, Risikoverteilung. Eine Großanlage ist eben kein größerer Prototyp. Sie ist operativ fast eine andere Welt. Zimmermann spricht aus Erfahrung, nicht aus Distanz. Deshalb wirkt diese These so belastbar: Wer diesen Übergang unterschätzt, baut vielleicht eine gute Technologie. Aber noch lange kein Unternehmen, das im Markt bleibt.

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7. Technische Reife allein bringt noch nichts in den Markt.

Die Diskussion im zweiten Teil des Events verdeutlicht es fast noch eindringlicher als die Vorträge selbst. In der Publikumsumfrage tauchen vier Faktoren auf, die über den Sprung in die Praxis entscheiden: technischer Reifegrad, skalierbare Produktion, Finanzierung und Systemintegration. Und genau so liest sich auch das Gesamtbild des Abends. Keiner dieser Punkte lässt sich aus dem Rest herauslösen. Prof. Daub spricht über Souveränität und industrielle Basis. Dr. Gamisch über Demonstrationsprojekte. Frank Zimmermann über Finanzierung und Industrialisierung. Aus der Unternehmensperspektive kommt die Forderung nach besseren politischen und regionalen Rahmenbedingungen dazu. Das ist keine lose Sammlung von Problemen, sondern ein ziemlich geschlossenes Bild: Innovation scheitert selten an einer einzigen Sache. Sie scheitert daran, dass zu viele Voraussetzungen gleichzeitig offen bleiben. Wer ernsthaft Wirkung will, muss das als Kette denken.

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8. Energie ist längst eine Führungskennzahl.

Andreas Widl bringt den betriebswirtschaftlichen Kern der ganzen Veranstaltung auf den Punkt. Sein Beispiel aus der Produktion ist konkret genug, um hängen zu bleiben: neues Werk, bessere Temperaturführung, digital optimierte Prozesse, weniger Energieverbrauch als im alten Standort. Und trotzdem höhere Präzision. Das ist keine “grüne” Erzählung, sondern eine über Wettbewerbsfähigkeit. Seine eigentliche Pointe liegt an anderer Stelle: Er widerspricht der bequemen Haltung, alles auf den Energiepreis zu schieben. Wer nur auf externe Bedingungen zeigt, macht es sich zu leicht. Unternehmen haben Spielräume – technologisch, organisatorisch, strategisch. Sie müssen sie nur nutzen. Darin steckt auch die Bedeutung von Speichern: nicht als Symbol der Transformation, sondern als Werkzeug, um Energieflüsse aktiv zu beherrschen. Wer das kann, senkt Kosten, stabilisiert Prozesse und gewinnt Handlungsfreiheit. Im industriellen Alltag ist das oft der Unterschied zwischen Reagieren und Steuern.

Unsere Speaker

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Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub
Institutsleiter, Fraunhofer IGCV / Leiter Lehrstuhl für Produktionstechnik und Energiespeichersysteme, TUM

Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub ist seit Juni 2021 Inhaber des neu gegründeten Lehrstuhls für Produktionstechnik und Energiespeichersysteme der TUM. Nach dem Studium der Elektro- und Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) promovierte er an der TUM. Von 2012 bis 2021 war er bei der BMW Group in mehreren Funktionen tätig, zuletzt als Leiter Technologieentwicklung und Prototypenbau von Lithium-Ionen-Zellen.

In einem Kooperationsmodell in gemeinsamer Berufung mit der Fraunhofer Gesellschaft hat er seit Juni 2021 außerdem die Verantwortung für den Wissenschaftsbereich Verarbeitungstechnik am Fraunhofer IGCV in Augsburg übernommen.

Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Batteriezellenfertigung treibt Rüdiger Daub vor allem die Forschung in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit und unter Nutzung der Ressourcen und Kompetenzen beider Institute voran.

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Dr. Sebastian Gamisch
Gruppenleiter Wärme- und Kältespeicher, Fraunhofer ISE

Dr. Sebastian Gamisch beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den technischen Grundlagen und Anwendungen von Energiespeichersystemen. Nach einem Studium der regenerativen Energietechnik und Energietechnologie vertiefte er seine Arbeit am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, wo er sich unter anderem mit thermischen Energiespeichern und deren Einsatz in industriellen Anwendungen befasst hat.

Heute verantwortet er als Group Manager den Bereich Wärme- und Kältespeicher und arbeitet an Fragestellungen rund um die Entwicklung, Erprobung und Skalierung von Speichertechnologien.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie sich Energiespeicherung effizient in bestehende Energiesysteme integrieren lässt und welche Rolle sie für eine klimaneutrale Industrie spielt. Dabei verbindet er wissenschaftliche Analyse mit praxisnaher Entwicklung und Bewertung technischer Lösungen.

In seinem Beitrag gibt Dr. Sebastian Gamisch Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Bereich Energiespeicherung und zeigt, welche Herausforderungen und Chancen sich bei der Überführung von Forschung in die Anwendung ergeben.

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Frank Zimmermann
Board Member Dynelectro, ehem. CEO H-TEC Systems

Frank Zimmermann ist Investor, Advisor und erfahrenes Board Member mit über 25 Jahren Erfahrung in Unternehmensaufbau, Transformation, M&A und der Skalierung technologie- und infrastrukturbasierter Unternehmen. Sein Schwerpunkt liegt heute auf der Energiewende, insbesondere der Entwicklung und Industrialisierung von Wasserstofftechnologien.

Als CFO und zuvor Managing Director von Quest One (vormals H-TEC Systems) spielte er eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Unternehmens von 5 auf rund 600 Mitarbeitende. Er leitete zentrale Unternehmensfunktionen, formte die strategische Weiterentwicklung und verantwortete den Verkauf und die Anbindung an Everllence (ehemals MAN Energy Solutions, Teil von Volkswagen AG). Mit seiner Arbeit trug er maßgeblich dazu bei, Wasserstofftechnologien marktreif und skalierbar zu machen.

Heute ist Frank Board Member bei Dynelectro, wo er Strategie, Partnerschaften und die Kommerzialisierung von SOEC-Elektrolysetechnologie vorantreibt. Parallel berät er als Project Advisor EQT bei Transaktionen im Energiesektor. Seine operative Tätigkeit bei Quest One sowie seine heutige Board-Rolle bei Dynelectro unterstreichen seine langjährige praktische Erfahrung in der Renewable-Energy-Industrie und entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserstoffwirtschaft.

Zuvor verantwortete er als Senior Director Strategy & M&A bei Tele Columbus AG (PYUR) Strategie, Transaktionen und Post-Merger-Integration im Rahmen einer komplexen Unternehmensfusion. Davor leitete er M&A- und Integrationsprogramme bei Vodafone / Kabel Deutschland, wo er die Konsolidierung des deutschen Kabelmarktes und die Integration mehrerer Akquisitionen erfolgreich umsetzte.

Frank Zimmermann verbindet operative Expertise, Kapitalmarkt- und Investorensicht sowie strategische Beratungskompetenz und gilt als gefragter Gesprächspartner zu Wachstum, Finanzierung und Umsetzung der Energiewende.

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