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Behind GTS – Mai 2026 Recap

von Franz Kubbillum

Ausgabe 5 der monatlichen Serie aus der Solution Group Global Technology & Services mit Informationen, Updates, News und Einordnungen aus der Branche.

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Marktbewegungen im GTS-Umfeld im Mai

Im Mai zeigt sich folgendes: Künstliche Intelligenz verlässt die aktuelle Phase und wird zur Frage von Infrastruktur, Daten und Kontrolle. Drei Bewegungen zeigen das besonders deutlich.

Die Deutsche Telekom und SAP haben gemeinsam den Zuschlag für die souveräne KI-Cloud des Bundes gewonnen. Über ihre Tochter T-Systems setzte sich die Telekom in einem Vergabeverfahren mit einem Gesamtvolumen von knapp 250 Millionen Euro durch. Dahinter steht eine strategische Frage, die deutsche Behörden und Unternehmen gleichermaßen umtreibt: Wo dürfen sensible Daten liegen, und wer hat am Ende Zugriff darauf? Mit der neuen Plattform entsteht eine Infrastruktur, auf der Verwaltung und öffentlicher Sektor KI-Anwendungen entwickeln können, ohne die Kontrolle über ihre Daten abzugeben. Für den Mittelstand ist das ein Signal, dass souveräne KI-Infrastruktur in Deutschland nicht länger Konzept, sondern buchbare Realität wird.

Einen anderen Weg geht DATAGROUP. Der deutsche IT-Dienstleister hat mit der Übernahme des niederländischen Anbieters Valid Managed Services die erste Auslandsakquisition seiner Geschichte abgeschlossen. Valid beschäftigt rund 180 Mitarbeitende und bringt etwa 35 Millionen Euro Jahresumsatz mit. Was nach einer normalen kauf Meldung klingt, ist strategisch bemerkenswert. Ein etablierter Mittelständler, der jahrelang vor allem im Heimatmarkt gewachsen ist, traut sich erstmals über die Grenze. Für viele Unternehmen in einer ähnlichen Lage ist das ein Beleg dafür, dass internationale Expansion auch ohne Konzernstruktur funktionieren kann, wenn das operative Fundament stimmt.

Auch Celonis sorgte für Bewegung. Der Münchner Software-Champion, übernimmt das KI-Unternehmen Ikigai Labs und legt damit den Finger auf ein Problem, das viele Unternehmen gerade erleben. KI-Projekte scheitern selten an der Technologie, sondern daran, dass die KI nicht versteht, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet. Genau diese Lücke will Celonis mit einem neuen Kontextmodell schließen, einer Art lebendigem Abbild aller Geschäftsprozesse, das der KI den nötigen Zusammenhang liefert. Ikigai Labs, hervorgegangen aus langjähriger Forschung am MIT in den USA, steuert die Fähigkeit zur Simulation bei, das Durchspielen von Szenarien, bevor eine Entscheidung fällt. Dass das MIT im Zuge der Übernahme sogar Anteilseigner wird, unterstreicht den Anspruch. Der Wettbewerb verschiebt sich von immer größeren KI-Modellen hin zu der Frage, wer den besten Kontext liefert. Wer seine Prozesse und Daten im Griff hat, zieht aus KI schneller echten Nutzen.

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Marktchallenge: Vom Gründerunternehmen zum zukunftsfähigen Unternehmen

Die meisten SaaS-Unternehmen beginnen gleich: eine gute Idee, ein kleines Team und ein Gründer, der überall mit anpackt und jede Entscheidung selbst trifft. Eine Zeit lang ist genau das die Stärke. Doch irgendwann kippt es. Das Unternehmen wächst weiter, aber der Erfolg, der es einst angetrieben hat, beginnt es zu bremsen. Diesen Moment darf man nicht verpassen. Es ist der Punkt, an dem aus einem gründergeführten ein institutionell geführtes Unternehmen werden muss. Davon hängt ab, ob ein Unternehmen zu einem nachhaltigen Player wird oder in der Scale-up-Phase stecken bleibt.

In der Anfangsphase kennen die Gründer jeden Kunden, jeden Mitarbeiter, jede Entscheidung. Mit zunehmender Größe wird diese Nähe zum Problem. Entscheidungen dauern länger, Teams verlieren an Klarheit, und die Kultur hängt weiter an der persönlichen Energie einzelner Personen. Die Herausforderung liegt also nicht in fehlender Führung, sondern darin, dass das Unternehmen über den Gründer hinauswächst. Ohne Struktur riskiert selbst der visionärste Gründer ein Unternehmen, das ohne ihn nicht funktioniert.

Genau hier kommen Interim-Führungskräfte ins Spiel. Ein erfahrener Interim-CEO oder Scale-up-Berater bringt mit, was schnell wachsenden SaaS-Unternehmen oft fehlt: Struktur, Governance und einen klaren Company Rhythmus. Die Aufgabe ist dabei ausdrücklich nicht, die Vision des Gründers zu ersetzen, sondern sie in ein System zu übersetzen, das auch andere umsetzen können. In der Praxis heißt das in erster Linie: KPIs und OKRs einzuführen, die Strategie und Umsetzung verbinden, und die Organisation auf eine investorentaugliche Steuerung und Berichterstattung vorzubereiten. Das Ziel ist ein Unternehmen, das funktioniert, weil seine Strukturen es tragen, und nicht, weil der Gründer jede Lücke persönlich füllt.

Wie das aussieht, zeigt ein konkretes Beispiel. Ein SaaS-Unternehmen hatte sich in 18 Monaten verdoppelt, doch die Entscheidungswege des Gründers kamen nicht mehr hinterher. Projekte verzögerten sich, Prioritäten verschwammen, jedes Team wartete auf seine Freigabe. Ein hinzugezogener Interim-CEO entwarf neue Führungsstrukturen, etablierte feste Leitungsmeetings und begleitete den Gründer durch den Übergang. Das Resultat: Die betriebliche Effizienz stieg um 23 Prozent, die Zeit bis zur Entscheidung halbierte sich, und der Gründer konnte sich wieder auf Strategie konzentrieren, statt einzelne Brände zu löschen.

Gründer schaffen Unternehmen. Interim-Manager helfen dabei, die Systeme zu bauen, die diese Unternehmen zukunftsfähig machen.


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