

Atreus in den Medien
Die deutsche Autoindustrie muss und wird schrumpfen
Gastbeitrag von Stefan Randak, Partner und Leiter der Solution Group Automotive & Mobility
Struktureller Wandel und Ursachen der Krise
Die deutsche Automobilindustrie steht vor einem tiefgreifenden Schrumpfungsprozess, der sowohl Hersteller als auch Zulieferer betrifft. Stefan Randak analysiert in seinem Gastbeitrag die vielschichtigen Ursachen: Der massive Einbruch im chinesischen Markt, neue und deutlich höhere US-Importzölle, der schleppende Anlauf der E-Mobilität, strategische Fehler im Management sowie politische Fehlentscheidungen haben die Branche in eine existenzielle Krise geführt. Besonders gravierend sind die Gewinneinbrüche, wie das Beispiel Porsche zeigt: Der operative Gewinn sank in den ersten neun Monaten 2025 um 99 % auf nur noch 40 Millionen Euro, der Umsatz schrumpfte um 6 %. Der Betriebsrat sieht jede vierte Stelle bedroht.
Personalabbau und Insolvenzen
Die Folgen sind dramatisch: Ende des dritten Quartals 2025 waren rund 50.000 Menschen weniger in der Branche beschäftigt, die Zahl der Beschäftigten erreichte mit 721.000 einen neuen Tiefstand. Volkswagen plant bis 2030 den Abbau von über 35.000 Stellen, Bosch könnte bis zu 22.000 Jobs streichen. Insolvenzen nehmen zu: Im ersten Halbjahr 2025 gab es 207 Großinsolvenzen in Deutschland, davon entfielen 18 auf die Automobilzulieferindustrie. Besonders kleinere Zulieferer geraten zunehmend in Bedrängnis, da ihnen die finanziellen Puffer fehlen.
Verlagerung und neue Wettbewerber
Die Branche steht unter zusätzlichem Druck durch die Expansion chinesischer Hersteller in Europa. Um EU-Importzölle zu umgehen, bauen Unternehmen wie BYD Produktionsstätten in Ungarn und anderen europäischen Ländern. Gleichzeitig verlagern deutsche Hersteller wie BMW, Mercedes und Audi Investitionen und Arbeitsplätze ins Ausland. In Deutschland werden Zeitarbeitsstellen reduziert und tausende Stellen abgebaut, während in Ungarn neue Werke entstehen. Die Verlagerung betrifft nicht nur die Produktion, sondern zunehmend auch Entwicklungsarbeitsplätze.
Neuausrichtung und Zukunftsperspektiven
Angesichts der Herausforderungen suchen 79 % der deutschen Automobilzulieferer neue Geschäftsfelder, insbesondere in den Bereichen Rüstung, Energie, Luftfahrt, Medizintechnik und Bahn. Die Zusammenarbeit mit chinesischen OEMs wird von der Mehrheit der Zulieferer als schwierig eingeschätzt. Die Branche steht vor der Aufgabe, sich neu zu erfinden und ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung und Automatisierung zu sichern.
Quelle:
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Gastbeitrag von Stefan Randak in Springer Professional “Automobilindustrie: Kleiner, aber feiner?” vom 14.01.2026
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