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Atreus in den Medien

Warum Deutschlands Luftfahrt kritische Fähigkeiten dauerhaft sichern und Abhängigkeiten gezielt reduzieren muss.

Zusammenfassung des Gastbeitrags im Fachmedium Aerospace & Defence von Christina Riess, Atreus Direktorin.

Richtige Ziele – entscheidend ist die Umsetzung

Die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung stellt Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität, Resilienz und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Christina Riess sieht darin die richtigen Leitbegriffe, warnt jedoch davor, politische Zielbilder bereits mit tatsächlicher Handlungsfähigkeit gleichzusetzen. Entscheidend sei nicht, was in Strategiepapiere geschrieben wird, sondern ob kritische Fähigkeiten auch unter wirtschaftlichem, geopolitischem und operativem Druck verfügbar bleiben.

Resilienz bedeutet damit mehr als die kurzfristige Reaktion auf eine Krise. Sie setzt voraus, dass Unternehmen und Wertschöpfungsketten wirtschaftlich tragfähig sind, Schlüsseltechnologien beherrscht werden und notwendige Leistungen im Ernstfall zuverlässig eingesetzt werden können.

Förderung kann Fähigkeiten nicht ersetzen

Der Kern des Beitrags: Staatliche Förderung kann notwendige Investitionen unterstützen, schafft für sich genommen aber noch keine belastbare industrielle Basis. Resilienz entsteht dort, wo Kompetenzen, Kapazitäten und Lieferbeziehungen dauerhaft so aufgestellt sind, dass sie Störungen standhalten und im Bedarfsfall schnell mobilisiert werden können.

Dafür braucht es klare strategische Entscheidungen: Welche Fähigkeiten sind für den zivilen und militärischen Luftverkehr unverzichtbar? Wo bestehen kritische Abhängigkeiten? Welche Kapazitäten müssen in Deutschland oder Europa dauerhaft gesichert werden? Erst wenn diese Fragen beantwortet und mit wirtschaftlich tragfähigen Modellen hinterlegt sind, wird aus dem politischen Anspruch eine belastbare Fähigkeit.

Wettbewerbsfähigkeit als Grundlage von Souveränität

Wettbewerbsfähigkeit, Souveränität und Resilienz sind keine voneinander getrennten Ziele. Fähigkeiten, die im normalen Marktumfeld verloren gehen, stehen in einer Krise nicht auf Knopfdruck wieder zur Verfügung. Nachhaltige Resilienz verlangt deshalb verlässliche Rahmenbedingungen, investitionsfähige Unternehmen und den langfristigen Erhalt technologischer Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Souveränität bedeutet dabei nicht Abschottung oder vollständige Autarkie. Entscheidend sind belastbare europäische Partnerschaften, diversifizierte Liefer- und Kooperationsstrukturen sowie die Fähigkeit, kritische Technologien und Leistungen selbst steuern zu können.

D

„Resilient aviation is not the opposite of competitiveness. It is its long-term precondition and a shared responsibility of policy and industry.“

Von der Strategie zur operativen Fähigkeit

Der eigentliche Prüfstein der neuen Luftfahrtstrategie liegt in ihrer Umsetzung. Sie wird daran gemessen werden müssen, ob sie Prioritäten setzt, Verantwortlichkeiten klärt und Investitionen dort ermöglicht, wo kritische Fähigkeiten aufgebaut oder erhalten werden müssen. Erst dann werden Resilienz und Souveränität zu mehr als politischen Schlagworten, nämlich zu verlässlichen Eigenschaften des deutschen und europäischen Luftfahrtstandorts.

Quelle:

Der vollständige Gastbeitrag erschien in Aerospace & Defence am 18.08.2026. Hier zum vollständigen Artikel.

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