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Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in SAP S/4HANA-Projekten verändert die Art, wie Unternehmen ihre IT-Systeme implementieren und betreiben. Interim Manager mit SAP-Expertise können hier eine zentrale Rolle spielen, denn KI bietet entlang der gesamten Projektstrecke enorme Effizienzpotenziale – vorausgesetzt, sie wird strategisch und fachlich fundiert eingesetzt. Bernhard Gruber gibt einen Überblick.
KI kann das Requirements Engineering in SAP-Projekten effizient unterstützen, indem sie Anforderungen automatisch aus verschiedenen Quellen extrahiert, validiert und verifiziert. Sie hilft, technische Anforderungen aus allgemeinen Geschäftsanforderungen abzuleiten und liefert datenbasierte Einblicke zur Priorisierung und Entscheidungsfindung. Zudem automatisiert KI die Erstellung und Pflege von Anforderungsdokumenten, was die Konsistenz und Aktualität verbessert.
KI kann das Testmanagement in SAP-Projekten deutlich verbessern und automatisieren. Sie übernimmt repetitive Aufgaben, wie das Ausführen von Testfällen oder den Vergleich von Ergebnissen und reduziert so den Aufwand sowie menschliche Fehler. Darüber hinaus erkennt KI mithilfe intelligenter Musteranalysen potenzielle Fehler und Anomalien, die sonst leicht übersehen werden. Durch die Priorisierung und Optimierung von Testfällen sowie die Analyse großer Datenmengen trägt sie zur gezielten Weiterentwicklung der Teststrategie bei. Prädiktive Analysen ermöglichen es zusätzlich, zukünftige Probleme frühzeitig zu identifizieren und proaktiv zu beheben.
KI kann personalisierte Lernpfade erstellen, die auf den individuellen Bedürfnissen und dem Wissenstand der Nutzer basieren, sodass jeder Nutzer die notwendige Schulungsschulung erhält. Generative KI erzeugt maßgeschneiderte Schulungsmaterialien wie Videos, Dokumentationen und interaktive Lernmodule. KI-gestützte virtuelle Assistenten helfen den Nutzern in Echtzeit bei Fragen und Problemen und bieten rund um die Uhr Unterstützung. Realistische Simulationen und Rollenspiele ermöglichen es Nutzern, praktische Erfahrungen in einer sicheren Umgebung zu sammeln. Zudem analysiert KI Lernfortschritte und -muster, um frühzeitig Nutzer zu identifizieren, die zusätzliche Unterstützung benötigen, was eine gezielte und effiziente Nachschulung ermöglicht.
KI kann den Migrationsprozess in SAP S/4HANA durch automatisierte Datenbereinigung, Datenmapping und -transformation verbessern, wodurch Fehler reduziert und die Datenqualität sichergestellt werden. Sie hilft, potenzielle Probleme vorherzusagen und proaktive Lösungen vorzuschlagen, um Ausfallzeiten zu minimieren. Zudem übernimmt KI die automatische Validierung der migrierten Daten und optimiert den gesamten Migrationsprozess durch die Erkennung von Mustern und Trends.
Interim Manager und Managerinnen sind besonders kompetent darin, Künstliche Intelligenz in SAP S/4HANA-Projekten einzusetzen, vor allem wenn sie erfahren in der Nutzung von SAP-Systemen sind. Ihre Kompetenz basiert auf umfassendem Fachwissen, gezielten Schulungen sowie der Nutzung der SAP Activate Methodik, die Templates und Tools zur KI-Integration bietet. Zudem bringt praktische Erfahrung in KI-gestützten Projekten einen großen Vorteil. Trotz der Automatisierung durch KI bleibt menschliche Expertise essenziell, um sicherzustellen, dass die Lösungen den spezifischen Geschäftsanforderungen entsprechen.
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Erfahren Sie, wie Sie KI bestmöglich anwenden und wie Sie KI-Projekte angehen können. Bernhard Gruber gibt Ihnen wertvolle Tipps zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz.


Atreus Macher:innen – Episode 13
Beate Peters ist eine erfahrene Führungspersönlichkeit im Atreus Netzwerk, die ursprünglich aus der Kommunikationselektronik kommt. Mit umfassender globaler Erfahrung in Leitungsfunktionen und der Strategieentwicklung widmet sie sich der kontinuierlichen Verbesserung und Prozessoptimierung im Servicegeschäft. Ihre Expertise erstreckt sich auch auf die Implementierung von KI und die Professionalisierung des technischen Service.
Der technische Service wird oft vernachlässigt. Jessica Breuer, Direktorin bei Atreus, diskutiert im Expertentalk mit Beate Peters, wie durch den Einsatz von KI und kontinuierlicher Prozessoptimierung sowohl die Effizienz gesteigert als auch der Fachkräftemangel bewältigt werden kann. Darüber hinaus ermöglicht die Automatisierung die Unterstützung von Mitarbeitenden, was zu einer signifikanten Verbesserung der Servicequalität führt.

„Technischer Service muss kontinuierlich verbessert werden. KI bietet eine enorme Chance zur Effizienzsteigerung.“
Im Folgenden finden Sie eine Abschrift des Expertentalks, die aus Gründen der Deutlichkeit bearbeitet wurde.
Jessica Breuer: Liebes Atreus Netzwerk, mein Name ist Jessica Breuer und ich begrüße Sie zum heutigen Macherinnen-Talk. Dafür konnte ich Beate Peters gewinnen. Danke dir dafür, Du bist seit einiger Zeit auch Teil des Atreus Netzwerks und Service-Expertin. Rauf und runter, du hast da ganz viel davon im Leben gesehen. Vielleicht mal so ein paar Fakten für die Herrschaften da draußen zu deiner Person, also: Führungspersönlichkeit durch und durch, mit Blick auf Kunden, Mitarbeiter, vor allen Dingen Strukturen und die Umsetzung, kontinuierliche Verbesserung des Themenfelds Service. Du kommst ursprünglich aus der Kommunikationselektronik und das heißt, Technik ist immer schon so ein Herzstück von dir, eine Leidenschaft, die dich begleitet und zieht sich auch ein bisschen wie so ein roter Faden durch alle Themenfelder, die du so in der Karriere gemacht hast. Du warst auch viel global unterwegs, international, auch bei vielen US-Unternehmen und Konzernen, EMEA-verantwortlich, APAC-verantwortlich, mit kaufmännischen Leitungsfunktionen und Strategieentwicklung, Change und Weitertreiben im Servicegeschäft – das ist dein Steckenpferd.
Beate Peters: Ja, absolut, absolut. Vielen Dank für die Einladung, freue mich hier zu sein.
Jessica Breuer: Ja, sehr schön, danke dir. Springen wir doch gleich mal rein. Wir sind jetzt in Zeiten, in denen wir Transformation rauf und runter reden, sie an so vielen Stellen notwendig ist und Service ist ja auch etwas, was ich immer versuche zu treiben. Das Thema ist oft so ein bisschen, aus meiner Erfahrung, ein bisschen stiefmütterlich behandelt, sag ich jetzt einfach mal, oft so ein bisschen vergessenes Kind und gerade, ich glaube, da reden wir jetzt auch gleich dann drüber, hier ist oft das Thema auch Digitalisierung noch deutlich hinterher, indem man das Ganze effizient und kosten-sinnvoll aufstellen kann. Schauen wir mal auf das erste Thema: Effizienzsteigerung insgesamt im Servicebereich. Wie bringst du das übereinander? Geht da was konträr oder wie kann man das verbinden mit der langfristigen Kundenbindung und der Nachhaltigkeit des gesamten Geschäftsmodells, wie ich es aufgestellt habe?
Beate Peters: Ja, also ich finde Effizienz ist ja eigentlich absolut positiv für den Kunden, weil er dann ja zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Service in der richtigen Reaktionszeit und Feld bekommt, so wie der Kunde es braucht. Und insofern widerspricht sich das ja überhaupt gar nicht. Und wir haben halt im Moment eine Zeit, in der Service auch mehrere Herausforderungen hat, im Grunde genommen, der berühmte Fachkräftemangel, der in aller Munde ist, aber auch Prozessoptimierung und ähnliches. Und für mich ist technischer Service, Instandhaltung, eigentlich nichts anderes als die Produktion des Dienstleistungsproduktes. Ja und du hast es eben schon gesagt, ich habe so ein bisschen das Steckenpferd der kontinuierliche Verbesserung, Prozessreengineering und so weiter. Und das ist ja genau das Thema in der Produktion. Es kommt ja auch ursprünglich von der Toyota-Philosophie aus der Produktion. Und die ganzen Prozessoptimierungen, Effizienzsteigerungen werden da sehr häufig stiefmütterlich behandelt. Und das verstehe ich eigentlich gar nicht, weil in der Produktion sind die Lean-Management-Themen ganz hoch angesiedelt, aber im Service sehr häufig noch nicht so. Und der gesamte Prozess von “Kunde meldet sich” bis “die technische Lösung” ist da, hat viele Gaps, manchmal noch manuelle Schnittstellen und ähnliches. Das heißt, ganze Prozessoptimierung ist eine Riesenschance weiterhin, ein ewiges Thema. Viele sagen mir dann, ja wir haben ja ISO-Prozesse. Ja, haben sie auch, gut dokumentiert. Ein ISO-Handbuch ist da, aber die Prozesse wurden vor zwei, drei Jahren definiert. Inzwischen hat sich viel verändert, Mitarbeiter haben Workarounds gesucht, weil vielleicht die Nachbarabteilung ein neues IT-Tool hat und die Schnittstelle nicht mehr funktioniert. Das heißt, es tauchen immer wieder Dinge auf, bei denen man reinschauen muss. Und ich bin schon ein Fan davon, regelmäßig die Prozesse zu überprüfen und zu schauen, welchen neuen Änderungen haben sich ergeben und wo können wir noch weiter optimieren.
„Gute Aus- und Weiterbildung sind entscheidend für den Erfolg im technischen Service.“
Jessica Breuer: So ist es – nach der Transformation ist vor der Transformation und Veränderung oder Weiterentwicklung. Sprechen wir mal über die Rolle von Automatisierung und KI im Feld. Wir haben ja einerseits die kontinuierliche Verbesserung, ein Thema, bei dem man schon immer ansetzen konnte. Heute haben wir natürlich auch noch einen anderen Wettbewerbsdruck, der mit einhergeht. Wenn es im Moment eine Frage war von “Möchte ich das vollends ausschöpfen und das Geld nicht auf der Straße liegen lassen”, so ist es jetzt auch sicherlich ein Druck auf den Service, zu sagen, ich muss gewisse Dinge auch anpassen oder verändern, um auch wettbewerbsfähig zu bleiben.
Beate Peters: Absolut. Und ich sehe KI als Riesenschance. Wir haben gerade schon über Prozessverbesserung gesprochen. Wir haben nun mal auch Fachkräfteprobleme. Technische Mitarbeitende sind schwierig zu bekommen. Somit muss ich die entlasten und die KI ist da eine Chance. Wenn ich das Wissen alleine zentralisiere, aber dann eben die Möglichkeit habe, auf dieses Wissen gut zuzugreifen. Wissenszentralisierung war schon immer ein Thema: Knowledge Database, Sharepoint und andere ähnliche Lösungen. Aber die Herausforderung ist ja, wie bekommt der Mitarbeitende in dem Moment die richtigen Informationen, die er braucht, in dem Moment, wo er sie benötigt. Und ich sage immer: “I have a dream” – Technikerinnen und Techniker stehen vor der Anlage, haben Probleme, Fehler zu diagnostizieren. Was machen sie heute? Sie greifen zum Telefon und rufen Kollegen an und sagen: “Ich stehe hier, habe ein Problem.” Die sind meistens 2nd- oder 3rd-Level-Support, haben 1000 Themen auf dem Tisch und versuchen, allen zu helfen. Wie wäre es denn, wenn derjenige einfach am beste ein Sprachinterface zur KI, zur zentralen Wissensdatenbank, nutzt. Die KI wertet aus und er sagt dann: “Liebe KI, ich stehe hier vor der Maschine mit der entsprechenden Seriennummer, das ist das Problem, das habe ich schon gemacht. Und er bekommt dann direkt eine Anleitung, was als Nächstes zu machen ist. Das würde Zeit sparen und unglaublich professionell beim Kunden wirken. Kommentare von Kunden wie “Sie sind ja nur am Telefon”, gibt es auch immer mal wieder. Es würde die Spezialisten entlasten und direkt helfen, sofort das Wissen auszuwerten und gezielt anzuwenden. Deswegen ist KI für mich eine Riesenchance, natürlich auch in der Automatisierung der Prozesse. Das ist natürlich auch ein Thema, das da mit drinsteckt. Es ist ein Riesenfeld und ich kenne tatsächlich noch kein Unternehmen, das KI so intensiv im Service anwendet. Ich denke, da ist eine Riesenchance, dem Fachkräftemangel vorzubeugen und die Prozesse viel effizienter zu gestalten.
Jessica Breuer: Ich denke da tatsächlich auch an das Ausrollen oder ein Weiterentwickeln von Geschäftsfeldern auf internationaler Basis. Wenn ich jetzt meine Maschinen beispielsweise in der Zukunft in Asien vertreiben will, da einen Standort aufbauen möchte, eine Dependance oder Handelseinheiten, werde ich dort auch ein Servicegeschäft mit einbringen oder möchte ich mir das von regionalen Vertretern abgraben lassen, die im Zweifel auch nicht auf meinem Qualitätsniveau sind? Man kann es nur schwer beurteilen. Aber auch da ist ein anwendbares System für verschiedene Länder ganz elementar.
Beate Peters: Hinzu kommt noch der Sprachvorteil, denn heute ist es sehr häufig so, dass alle Unterlagen in Englisch verfügbar sind, aber nicht alle Mitarbeitenden sind weltweit so gut in Englisch, dass sie es anwenden können. Und mit KI sind die ganzen Übersetzungsgeschichten ja kein Problem mehr. Also ein riesiges Potenzial, den Service sehr effizient zu gestalten.
Jessica Breuer: Da haben wir noch einiges zu tun. Dass der kontinuierliche Entwicklungsprozess wichtig ist, hast Du schon gesagt. Was spricht auch dafür, nicht immer erst 5 nach 12 da draufzuschauen, sondern präventiv und zukunftsorientierter mit den Themen umzugehen?
Beate Peters: Ich sage immer, technischer Service, Instandhaltung, ist manchmal ein Tanker – bis man den gedreht und neu ausgerichtet kriegt, dauert es. Nicht nur, weil viele Mitarbeiter dranhängen, die man mitnehmen und entsprechend kommunizieren muss, sondern auch deshalb, weil es lange dauert, bis die Produktivität eines neuen Mitarbeiters da ist – das eine Thema ist, den Mitarbeiter erst mal zu finden, einstellen und dann ausbilden. Es ist nicht selten, dass es von der Entscheidung bis zur Produktivität 10 bis 12 Monate dauert. Deswegen ist es für mich entscheidend, ganz frühzeitig schon zu schauen, was machen die Vertriebskollegen gerade, sind sie gerade erfolgreich mit einem neuen Produkt? Bin ich darauf eingestellt, dass dieses Produkt auch serviciert werden muss? Das dauert. Und dann muss ich mir gut überlegen, was investiere ich heute. Ich muss auch akzeptieren, dass der Return on Invest unter Umständen erst in 10 bis 12 Monaten kommt. Das ist natürlich auch schwierig, denn wir sind am Ende des Tages auch margengetrieben. Insofern muss das Basisbusiness gut laufen.
Eine kleine Übung, die da manchmal hilft, einfach mal die Umsätze des Vertriebes in der Historie mit den Umsätzen des Service parallel zu setzen. Dann hat man ein gutes Gefühl dafür, wie lange es dauert, bis es im Service ankommt. Und auf der anderen Seite natürlich, wenn ich im negativen Falle merke, dass der Vertrieb leider schwächel, dass es irgendwann im Service ankommt. Wenn ich nicht frühzeitig reagiere, dann kann ich nach ein paar Monaten nur mit schmerzhaften Aktionen reagieren, bis hin zu Mitarbeiterentlassungen. Und das will natürlich auch niemand.
Jessica Breuer: Ich finde es sehr spannend, dass du auch sagst, dass man hier so analytisch rangehen soll. Meine Erfahrung ist tatsächlich auch oft so im Servicebereich. Und ich möchte damit niemandem zu nahe treten – es kommt sicherlich auf die Branche an. Wir kennen es zum Beispiel aus dem Automotive-Bereich. Da ist der Servicebereich natürlich ein extrem großer, der stark ausgebaut worden ist, weil das ein eigenes Geschäftsmodell bildet. Manchmal sogar größer als der Neuwagenverkauf. Wir kennen es aber im Engineering und Anlagenmaschinenbau oft so, dass man Service so einschätzt, dass Wartungen und Instandhaltung eher Themen sind, die nachgelagert einfach entstehen. Ich glaube, sich tatsächlich damit tiefergehend auseinanderzusetzen und Dinge abzuleiten kann dieses Geschäftsmodell irrsinnig beleben und es wirklich zum Geschäftsmodell machen, nicht nur zu einem After-Sales-Service.
Du hast es schon zwei-, dreimal angesprochen und wir kennen es alle: Der demografische Wandel. Wir sind mittendrin. Fachkräfte fallen nun mal nicht vom Himmel, man muss sie auf dem Weg begleiten. Das haben wir vielleicht etwas versäumt in den letzten Jahren. Was sagst du dazu? Was fällt dir insgesamt zum Thema Fachkräftemangel im Servicebereich ein?
Beate Peters: Die eine Frage ist natürlich, wie binde ich Mitarbeiter. Das sind dann mehr HR-Themen, aber jede Führungskraft im Service sollte das sehr ernst nehmen. Darauf möchte ich jetzt nicht im Detail eingehen. Eine andere Frage im Service ist die gute Aus- und Weiterbildung. Heutzutage ist es so, dass ich selten jemanden habe, der nur die Mechanik können muss oder nur die Elektronik. Alles wird heute vernetzt. Das bedeutet, dass das Wissensportfolio einer Technikerin oder eines Technikers sehr breit wird. Der Servicetechniker steht dann meistens alleine beim Kunden. Und wir finden niemanden, der immer alles kann. Das heißt, es ist wichtig, gute Unterstützung und gute Weiterbildung zu leisten. Natürlich gibt es seit vielen Jahren schon Blended-Learning-Konzepte und ähnliches. Aber wie bereite ich den Einsatz wirklich vor? Welche Hilfsmittel gebe ich dem Techniker an die Hand, zum Beispiel Videotutorials und ähnliches? Denn die meisten technischen Mitarbeitenden möchten gut vorbereitet sein, sind lernwillig, wollen manchmal zu viel wissen. Also ich habe noch nie die Beschwerde erhalten: “Ich bekomme zu viel Training”. Ich höre immer nur: “Ich fühle mich nicht vorbereitet. Ich muss zu einem Produkt, das ich vor zwölf Monaten das letzte Mal gesehen habe und fühle mich unwohl.” Ich kann aber nicht jedes Mal die Mitarbeiter in den Trainingsraum bringen und wieder neu trainieren. Das ist unwirtschaftlich und zeitintensiv. Das heißt ich muss mir clevere Ideen ausdenken, wie ich wirklich eine gute Vorbereitung mache. KI ist natürlich dann die Zukunft, das liegt auf der Hand. Zudem muss ich darauf achten, dass ich die Mitarbeitenden sich auf den Job konzentrieren lasse. Ganz oft kriegt man zu hören: “Die sind ja eh beim Kunden. Dann könnten die ja vielleicht noch das oder das mitmachen.
Jessica Breuer: Es stehen noch drei Maschinen da, schauen wir mal gleich darüber.
Beate Peters: Ich komme wieder zurück zum Vergleich mit der Produktion. Ich würde einen Produktionsmitarbeiter niemals darum bitten, während er an einer Produktionsanlage steht, noch nebenbei etwas anderes mitzumachen, weil es einfach unwirtschaftlich ist. Aber bei Service-Mitarbeitern hat es sich eingebürgert, zu fragen: “Haben Sie noch weitere Themen?” Auch die Kollegen sagen: “Du gehst doch sowieso zu dem Kunden, dann mach doch auch noch dies und jenes.” Dadurch entstehen wieder Effizienzlücken. Man muss sich also gut überlegen, wie man die Mitarbeitenden einsetzt, sie auf ihr Tätigkeitsfeld fokussiert und in Themen unterstützt, bei welchen sie nicht so fit sind, zum Beispiel bei IT-Anwendung. Wir haben ganz oft das Thema, das Servicemitarbeiter super in Mechanik und Elektronik sind und plötzlich wird die Maschine in die IT angebunden. Der Kunde schickt seinen IT-Mitarbeiter und jetzt muss der Servicemitarbeiter sich plötzlich mit dem IT-Spezialisten unterhalten. Ja, was eine IP-Adresse ist, wissen sie meistens noch, und dann wird es schwierig. Dabei fühlen sie sich unwohl und da müssen wir sie unterstützen.
Jessica Breuer: Ich kann jetzt auch an sie da draußen appellieren: Es klingt ja auch deutlich spannender, wenn man ein solches Zukunftsszenario, mit allem was damit einhergeht, sieht. Es ist ein viel breiterer Scope. Klar, das bedeutet Weiterbildung, Vorbereitung, aber natürlich auch viel mehr Spaß im Job. Technischer Service ist spannend. Man ist immer wieder bei anderen Kunden und sieht andere Umfelder. Man kann so viel von verschiedenen Branchen und von verschiedenen Anwendungen adaptieren.
Inwieweit kann die gezielte Förderung von Self-Service-Angeboten ein strategisches Mittel sein, um Kosten zu senken, ohne die Kundenbindung dabei zu verlieren?
Beate Peters: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir Kollegen sagen: “Wenn der Kunde alles selber macht, dann ist das ja meine Konkurrenz. Ich kann ihm gar nicht den Service verkaufen, den ich gerne möchte.” Auf der anderen Seite ist die Frage: Kann ich den Service überhaupt liefern, den der Kunde braucht? Denn es ist selten, dass ich so eine Abdeckung habe, dass ich wirklich so schnell reagieren kann, wie der Kunde es braucht. Gerade im Produktionsumfeld. Bandstillstand für zwei Stunden ist Armageddon. Das heißt, die haben auch meistens Instandhaltungsteams vor Ort. Wenn ich mit denen zusammenarbeiten kann, ist das etwas, das der Kunde unheimlich schätzt und woraus dann eine Kundenbindung entsteht. Dann kann der Servicemitarbeiter sagen: Pass auf, wir befähigen deine Mitarbeitenden so dass sie sich zunächst selbst helfen können und dein Band weiterlaufen kann. Wir sind für dich da. Wir stellen auch Tools für Remote-Support zur Verfügung, echte Predictive Maintenance, die in die Anlage eingebaut ist, und nicht nur per Teams auf den Controller sieht. Wir stellen Tools zur Verfügung, so dass die Mitarbeitenden des Kunden auf eine Datenbank zugreifen können, KI-Tool-Unterstützung haben und ähnliches. Das ist etwas was der Kunde sehr wertschätzt und was ich auch durchaus in Rechnung stellen kann.
Jessica Breuer: Ich glaube, am Ende ist ja auch immer die Frage, was ist mir als Kunde ein Service wert. Wenn ich mir das im Voraus betrachte, sage ich eher: Für den Bedarfsfall. In dem Moment, wo ich im Bedarfsfall stecke, und das kennen wir im Interim ja sehr gut, man kommt oft auf uns zu, wenn das Kind gerade schon im Brunnen gefallen ist, und dann ist der Druck super hoch. Und wenn ich da einen guten Service erfahre und sage, die sind gegangen, haben jetzt ein, zwei Stunden daran gearbeitet, mein Problem ist gelöst und ich habe auch noch einen angenehmen Service und Austausch gehabt, dann glaube ich tatsächlich, dass mir das einen gewissen Preis XY absolut wert ist. Vor allem, wenn man es dreimal anders erlebt hat.
Beate Peters: Ehrlich sein zum Kunden, was geht und was geht nicht. Gemeinsam eine Lösung für seinen Bedarf finden. Das ist da das Stichwort. Und dann auch sagen, wir machen die Arbeit bis dahin und dann übernimmt dein Team. Dafür gibt es auch Support-Verträge, die der Kunde dann auch abschließen wird. Darauf kann ich dann wiederum mein Geschäft aufbauen.
Jessica Breuer: Ja, sehr gut. Ich glaube, wir haben schon viele Ideen heute mitgegeben. Was aus deiner Sicht, welche strukturellen Veränderungen sind notwendig, um den Service nicht nur operativ effizienter, sondern auch strategisch resilienter zu gestalten?
Beate Peters: Ja, also das eine Thema, das mich immer wieder umtreibt, ist, wirklich im voraus mit den Kollegen aus der Entwicklung zu reden, um das Produkt auch servicefähig zu machen. Ich habe oft genug erlebt, dass ich mit einem Techniker zum Kunden fahre und wir benötigen zum Tausch eines Netzteiles 45 Minuten. Dann frage ich mich ernsthaft, wer da so viele Schrauben verbaut hat? Ein Netzteil geht schon mal kaputt, das muss in fünf Minuten austauschbar sein. Das heißt, Service-Möglichkeiten am Produkt werden häufig vernachlässigt. Die Entwickler bauen ein tolles Produkt, das läuft auch bestimmt gut, aber es ist nun mal so: Technik fällt aus, das heißt, es muss hinter serviciert werden. Ich muss also ganz frühzeitig im Unternehmen bereits an Service denken. Und dann ist natürlich das nächste Thema, welche Serviceleistung erbringt wer? Warum nicht mit Outsourcing-Überlegungen arbeiten, mit Partnern arbeiten? Ich meine, in manchen Ländern macht man das immer gerne, weil man eben in den Ländern nicht vor Ort ist. Aber warum nicht auch im eigenen Land? Wenn ich merke, ich habe ein Service-Team, das unglaublich stark in Mechanik und Elektronik ist, aber nicht in Vernetzung, Queranlage, warum nicht mit einem IT-Provider zusammenarbeiten und gemeinsam ein Service-Portfolio anbieten und ähnliches. Wirklich genau verstehen, was braucht der Kunde?
Ich habe auch schon sehr häufig erlebt, dass Unternehmen denken, sie wissen, was der Kunde braucht, sie haben aber schon sehr lange nicht mehr mit dem Kunden geredet. In meinen Führungspositionen war ich sehr gerne regelmäßig mit Technikerinnen und Technikern vor Ort und habe die Chance genutzt, mit dem Kunden zu reden. Das ist wirklich erforderlich, um zu sehen, was der Bedarf ist und den Service auf diesen zuzuschneidern. Die 0815-Standardregelung geht heutzutage nicht mehr.
Jessica Breuer: Ich glaube, wir sind in Deutschland auch gewohnt, vom Produkt aus zu denken, Dieses manchmal so lange anzupassen, bis es dem gerecht wird, was der andere will. Ich mache generell viel im Sales-Bereich und da kann ich nur bestätigen, dass ich es sehr ähnlich empfinde, wie du es sagst. Natürlich können wir nicht jede Idee der Kunden aufnehmen. Die Bearbeitung wird sonst zu manuell und eine große Herausforderung. Am Ende muss es immer noch ein vertretbares Produkt- und Kostenspektrum sein. Auf der anderen Seite ist es genau das, dass wir lange mit unseren Produkten zu gut auf dem Markt waren und jetzt kommt preislich ein starker Wettbewerb dazu. Das verschafft uns aber auch den Vorteil, nochmal gezielter auf die Kunden zuzugehen, sie zu fragen, was sie brauchen, und selbst festzustellen, was hilfreich wäre und dem Kunden nicht auffällt.
Beate Peters: Es ist entscheidend, Vorschläge zu machen, Kunden mitdenken zu lassen, Kundenrunden zu machen und überlegen, wie man sich verbessern kann. Service wird sehr häufig als Enabler für Sales gesehen. Häufig wird vernachlässigt, den Service als Geschäftsbereich wirklich profitabel zu machen, in aller Konsequenz, mit einem ordentlichen Produktmanagement, mit einer Marktanalyse und mit zielführenden Kundengesprächen.
„Durch die Befähigung der Mitarbeitenden des Kunden und die Bereitstellung von Tools für Remote-Support schaffen wir einen echten Mehrwert und erzielen eine höhere Kundenbindung.“
Jessica Breuer: Ja, genau, also wie gesagt so haben wir gestartet, so ist auch meine Beobachtung, deshalb, kommen sie gern auf uns zu, sprechen sie mit Beate und mir. Ich bin sicher, da gibt es noch einiges zu tun. Zum Abschluss, Beate, magst du dem Netzwerk da draußen noch etwas mitgeben zum aktuellen Markt, zur Situation, zum Service an sich, es ist ja dein Herzensthema. Gibt es da noch etwas, was du sagen möchtest?
Beate Peters: Ja, es ist so, dass der Service in letzten Jahren immer noch vernachlässigt wurde. Wir haben jetzt die Chance, gerade mit der KI-Einführungen den Service sehr professionell aufzustellen. Ich finde, diese Chance muss man nutzen, um sich zukunftsträchtig aufzustellen, resilient zu sein, aber auch ein gutes Geschäftsmodell zu haben, das margenträchtig ist.
Jessica Breuer: Eine schöne Zusammenfassung. Ich sage, vielen Dank, dass Sie dabei waren, und lade Sie herzlich ein, mit uns bilatera weiterl über Service zu diskutieren. Bis zum nächsten Mal.


Blogbeitrag
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Softwareentwicklung revolutioniert die Branche und bietet zahlreiche Vorteile.
Bernhard Gruber gibt einen Überblick zu den wichtigsten Rahmenbedingungen, sowie den Übergang von traditioneller zu KI-unterstützter Softwareentwicklung. Was sind notwendige Kompetenzen sowie die Vor- und Nachteile dieser Entwicklung?
KI hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht und kann bereits viele Aufgaben in der Softwareentwicklung übernehmen. Dazu gehören das Schreiben von Codes, das Durchführen von Tests, das Refactoring und das Debugging. Einige Experten prognostizieren, dass KI in naher Zukunft bis zu 90 % des Codes schreiben könnte.
Der Übergang von traditioneller Softwareentwicklung zu einer KI-unterstützten Entwicklung erfordert mehrere Schritte:
Interim Manager spielen eine entscheidende Rolle bei der Transformation traditioneller Softwareentwicklung hin zu KI-unterstützten Prozessen. Durch ihre umfassende Erfahrung und Expertise in der Einführung von KI-Technologien können sie Unternehmen helfen, die Integration sorgfältig zu planen und die richtigen Kompetenzen zu entwickeln. Ihre Flexibilität ermöglicht es, schnell auf neue Herausforderungen zu reagieren und bestehende Prozesse effektiv zu transformieren. Mit technischem Fachwissen wählen sie die geeigneten Tools und Methoden aus und organisieren Schulungen für das Team. Darüber hinaus verfügen sie über starke Projektmanagement-Fähigkeiten, um komplexe Transformationsprojekte zu leiten und ein umfangreiches Netzwerk und Ressourcen einzubringen, die den Erfolg der Implementierung von KI-Technologien unterstützen können.
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Erfahren Sie in diesem Whitepaper mehr über den wachsenden Fachkräftemangel in Deutschland und den Einfluss der künstlichen Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. Können die Fortschritte in der künstlichen Intelligenz dieses Dilemma lösen?


Atreus in den Medien
Prozessautomatisierung ist kein Selbstzweck. Wer repetitive Aufgaben digitalisiert, senkt nicht nur Fehlerquoten und Bearbeitungszeiten – er schafft Raum für Innovation, strategische Arbeit und messbaren Unternehmenserfolg. Aber: Nur wer systematisch vorgeht, die richtigen Prozesse auswählt und kontinuierlich optimiert, schöpft das volle Potenzial aus.
Bernhard Gruber beleuchtet in diesem Beitrag die entscheidenden Schritte auf dem Weg zur erfolgreichen Automatisierung – und zeigt, welche Rolle erfahrene Führungskräfte in diesem Transformationsprozess spielen.
Der Return on Investment (ROI) entscheidet darüber, ob eine Automatisierungsmaßnahme erfolgreich ist. Dabei sollten nicht nur die Kosten im Fokus stehen, sondern auch qualitative Effekte wie Kundenzufriedenheit oder Innovationsfähigkeit. Die wichtigsten Stellschrauben:
Kostenfaktoren:
Nutzenpotenzial:
Um Prozesse erfolgreich zu automatisieren, ist ein systematisches Vorgehen entscheidend. Die folgenden Schritte zeigen, wie aus Analyse und Planung eine wirksame Umsetzung wird .
1.Prozessanalyse und -auswahl: Startpunkt ist die Auswahl geeigneter Prozesse. Process Mining hilft, Ist-Prozesse auf Basis von Systemdaten sichtbar zu machen. Wichtig: Auch nicht digitalisierte Prozesse sollten betrachtet und ggf. manuell erfasst werden.
2. Datenqualität sicherstellen: Eine hohe Datenqualität ist entscheidend für die Genauigkeit der Analyse und die spätere Automatisierung.
3. Kosten und Nutzen simulieren: Vergleichende Simulationen helfen, das wirtschaftliche Potenzial sichtbar zu machen – besonders wichtig, um das Einsparpotenzial zu ermitteln.
4. Toolauswahl und Integration Die Auswahl geeigneter Werkzeuge ist entscheidend:
5. Datenschutz im Blick behalten: Eine Datenschutzfolgeabschätzung (DSFA) ist Pflicht – nicht nur aus Compliance-Gründen, sondern auch zur Vertrauenssicherung und zur Identifikation möglicher Risiken
6. Pilotierung und Testläufe: Klein anfangen, groß denken: In Pilotprojekten lassen sich Risiken minimieren und erste Erkenntnisse für die Skalierung gewinnen.
7. Schulung und Change Management: Der beste Algorithmus bringt nichts, wenn Menschen nicht mitziehen. Schulungen und transparente Kommunikation sind Erfolgsfaktoren – ebenso wie ein aktives Change Management.
8. Kontinuierliche Optimierung: Automatisierung ist kein „Set-and-Forget“-Projekt. Überwachen Sie die Leistung der implementierten Lösungen kontinuierlich und passen Sie diese mit Hilfe von Feedback und Datenanalysenbei an.
Viele Unternehmen holen sich gezielt externe Unterstützung ins Haus – zum Beispiel durch Interim Manager. Diese bringen nicht nur technisches und methodisches Know-how mit, sondern auch die nötige Distanz und Umsetzungsstärke. Sie helfen:
Prozessautomatisierung kann enorme Effizienzgewinne bringen – wenn sie klug, schrittweise und unternehmerisch verantwortet umgesetzt wird. Wer sich von bloßer Tool-Euphorie verabschiedet und stattdessen mit Weitblick vorgeht, wird belohnt: mit messbarem Fortschritt und echter Entlastung im Tagesgeschäft
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Expertentalk
Johann Hofmann stellt fünf Faktoren vor, die den Erfolg von Digitalisierungsprojekten maßgeblich beeinflussen und spricht über die konkrete Umsetzung, Schwierigkeiten und Herausforderungen, die viele Unternehmen auf ihrem Weg Richtung Digitalisierung begegnen.


Atreus Macher:innen – Episode 13
Tamara Kaes ist eine erprobte CFO und erfahrene Beirätin. Aktuell ist sie als Handelsrichterin beim Landgericht Hamburg ehrenamtlich tätig und engagiert sich aktiv in zahlreichen Organisationen wie FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte), Fachverband Unternehmensrestrukturierung, Verband deutscher Unternehmerinnen, Aufsichtsräte e.V. sowie dem BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen). Ihre Karriere begann in der Wirtschaftsprüfung und Finanzwelt, heute gilt sie als Expertin im Bereich Restrukturierungen.
Jessica Breuer, Direktorin bei Atreus, diskutiert im Expertentalk mit Tamara Kaes die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen und ihre Erfahrungen im Bereich der Restrukturierung und Sanierung. Kaes betont die Bedeutung von Fähigkeiten unabhängig vom Geschlecht und der Zusammenarbeit in Netzwerken. Sie gibt darüber hinaus Einblicke in die Förderung von Innovation innerhalb von Unternehmen sowie die Herausforderungen durch die aktuelle Rezession und Stagnation in verschiedenen Branchen. Zudem spricht sie leidenschaftlich über “beidhändige Restrukturierung” und die Rolle von Frauen in der Restrukturierungsbranche.

„Es ist bei Restrukturierungen absolut relevant, nicht nur sofortige Effizienzmaßnahmen zu ergreifen, sondern auch weiterzugehen und dem Unternehmen zu ermöglichen, sich zu innovieren.“
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt herausfordernd. Unternehmen sehen sich mit steigenden Energiekosten, Fachkräftemangel und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert. Besonders der Mittelstand muss flexibel auf sich wandelnde Marktbedingungen reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Tamara Kaes, erfahrene CFO und Beirätin, gibt spannende Einblicke in die derzeitigen Entwicklungen und zeigt, worauf Unternehmen jetzt besonders achten sollten. Sie spricht über die schwierige Ausgangslage, insbesondere für die Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Automobilindustrie, die stark von der aktuellen Rezession und Stagnation betroffen sind.
„Am Ende zählt, wer den besten Job leistet, unabhängig vom Geschlecht. Aber wir freuen uns trotzdem, wenn wir Frauen die Chance bekommen. Doch um diese Möglichkeit zu erhalten, müssen wir die Voraussetzungen schaffen.“
Restrukturierung ist in wirtschaftlich unsicheren Zeiten entscheidend. Viele Unternehmen müssen effizienter agieren. Tamara Kaes betont, dass erfolgreiche Sanierung oft das Aufbrechen alter Strukturen und das Gehen neuer Wege erfordert. Sie plädiert für einen Innovationsfokus im Sanierungsbereich – Unternehmen müssen ihre Produkte hinterfragen und neue Ideen testen. Als Expertin für “beidhändige Restrukturierung” konzentriert sie sich gern auf Innovation während der Restrukturierung. Zudem gibt sie Einblicke in die Rolle von Frauen in dieser Branche und hinterfragt, ob das Geschlecht dabei eine Rolle spielt.
„Wir Frauen sollten mehr netzwerken. Das ist ganz wichtig, um uns gegenseitig auf dem Karriereweg zu unterstützen.“
Ein starkes Netzwerk ist für Führungskräfte und besonders für Frauen unverzichtbar. In Krisenzeiten helfen wertvolle Kontakte, innovative Lösungen zu finden und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Tamara Kaes sieht Netzwerke als Schlüssel für nachhaltigen Erfolg, nicht nur als Karrieretool. Das Nutzen von wertvollen Kontakten und Wissen ist ihrer Meinung nach essentiell. Sie berichtet von ihren Aktivitäten in verschiedenen Netzwerken und Mentorenprogrammen für Karrierestarter.
©Aris Suwanmalee, © ImageFlow – adobe.stock.com
Markteinschätzung Automotive & Mobility
Im Dezember berichteten die Medien ausführlich über die Fusion von Honda und Nissan. Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” titelte: “Honda und Nissan: Ein neuer Riese in der Automobilwelt” und die Neue Zürcher Zeitung hob die “Signalwirkung für zukünftige Kooperationen in der Branche” hervor. Der Zusammenschluss zielt darauf ab, die Stärken beider Unternehmen zu bündeln, insbesondere in den Bereichen Elektromobilität und autonomes Fahren.
Stefan Randaks Einschätzung:
Nicht nur die deutschen, sondern auch die japanischen Autobauer sind bei Elektrofahrzeugen ins Hintertreffen geraten.
Es sind vor allem die chinesischen Hersteller wie BYD, aber auch Tesla, die den japanischen Riesen Honda und Nissan insbesondere am chinesischen aber auch amerikanischen Markt stark zusetzen.
Vor allem Nissan steht unter Druck: Die Absatzzahlen in China waren zuletzt nicht berauschend. Erst im November hatte man den Abbau von weltweit ca. 9.000 Stellen angekündigt. Aber auch die globale Produktion soll um ca. 20 % reduziert werden. Zweimal wurde in 2024 die Ergebnisprognose gesenkt.
Mit einer möglichen Fusion von Honda und Nissan (Japans zweit- und drittgrößte Autobauer) würden das neue Konstrukt auf ca. 8 Millionen gefertigte Fahrzeuge pro Jahr und damit nahe an Toyota und VW, als zukünftige weltweite Nummer 3, herankommen. Eine mögliche Beteiligung von Nissans Partner Mitsubishi Motors ist im Moment nicht ausgeschlossen.
Volkswagen, als großer Fahrzeughersteller mit unterschiedlichen Problemstellungen, steht also nicht alleine auf weiter Flur. Fusion ist allerdings noch kein Thema. Das Haus hat erst Ende 2024, in einem nicht gerade als Befreiungsschlag zu wertenden Vereinbarung mit der IG Metall und dem hauseigenen Betriebsrat, zumindest eine vorläufige aber wohl nicht ausreichende Befriedung gefunden.
Honda und Nissan, ebenfalls restrukturierend, denken bereits in der nächsten Kategorie: Der Fusion. Stellantis hat diesen Weg bereits von einigen Jahren in Angriff genommen und damit den Weg für viele große Hersteller vorgezeichnet. Die mögliche Fusion von Honda und Nissan wird wohl nicht der letzte sichtbare Zusammenschluss in der Branche sein.
Die Worte von Honda-Chef Toshihiro Mibe °sollten vielen in den Ohren klingen: „Der Aufstieg chinesischer Autohersteller und neuer Akteure hat die Automobilindustrie stark verändert. Wir müssen bis 2030 Fähigkeiten aufbauen, um mit ihnen zu kämpfen, sonst werden wir geschlagen.“
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Erfahren Sie, wann Interim-Management sinnvoll ist: schnelle Besetzung von Schlüsselpositionen, sofortige Expertise und effektive Lösungen für kritische Unternehmensphasen.
Interim-Management bietet Unternehmen die Möglichkeit, schnell und gezielt auf strategische und operative Herausforderungen zu reagieren. Die temporäre Besetzung von Schlüsselpositionen oder die Unterstützung bei der Umsetzung wichtiger Projekte sorgt dafür, dass Unternehmen in jeder Situation handlungsfähig bleiben. Erfahrene Interim Manager übernehmen Führungsaufgaben auf Zeit, bringen sofortige Expertise ein und helfen, kritische Phasen erfolgreich zu meistern.
In einer sich rasch wandelnden Geschäftswelt stehen Unternehmen vor zahlreichen Herausforderungen, die oft ein schnelles, erfahrenes und flexibles Management erfordern. Der Einsatz von Interim Managern ist die ideale Lösung, wenn:
Interim Manager sind keine langfristige Lösung, sondern punktuell eingesetzte Experten, die mit ihrer Erfahrung und einem klaren Fokus messbare Ergebnisse liefern. Sie übernehmen kritische Aufgaben und sind nicht nur Problemlöser, sondern auch Gestalter, die Unternehmen durch schwierige Phasen führen und dabei wertvolle Impulse geben.
Interim-Manager sind flexibel einsetzbar und unterstützen Unternehmen in unterschiedlichsten Szenarien. Die häufigsten Einsatzgebiete sind:
In einer Welt, die sich stetig wandelt, ist die Anpassung an neue Rahmenbedingungen eine zentrale Aufgabe für Unternehmen. Interim Manager helfen dabei, Change-Prozesse effektiv zu gestalten – sei es bei der Einführung neuer Technologien, der Anpassung an Markttrends oder der Etablierung neuer Unternehmenskulturen. Sie bringen die notwendige Erfahrung und Führungskompetenz mit, um Transformationsprojekte erfolgreich umzusetzen.
Interim Manager spielen eine entscheidende Rolle, wenn Unternehmen neue Märkte erschließen, internationale Niederlassungen aufbauen oder Integrationsprojekte nach Übernahmen erfolgreich umsetzen möchten. Ihre globale Erfahrung und Flexibilität sind hier von unschätzbarem Wert. Sie helfen nicht nur bei der strategischen Planung, sondern auch bei der operativen Umsetzung – von der Marktanalyse bis zur Implementierung lokaler Strukturen.
In schwierigen Phasen, sei es durch finanzielle Engpässe oder operative Herausforderungen, sorgen Interim Manager für Stabilität und eine zukunftsfähige Ausrichtung des Unternehmens. Sie entwickeln Restrukturierungsstrategien, verhandeln mit Stakeholdern und setzen Maßnahmen konsequent um. Dabei profitieren Unternehmen von ihrer Fähigkeit, schnell auf kritische Situationen zu reagieren und pragmatische Lösungen zu implementieren.
Wenn es darum geht, Prozesse zu optimieren, die Effizienz zu steigern oder operative Abläufe neu zu strukturieren, bringen Interim Manager die nötige externe Perspektive mit. Sie identifizieren Schwachstellen und setzen Verbesserungsmaßnahmen schnell und zielorientiert um. Dank ihrer Unabhängigkeit und klarer Zielorientierung können sie ohne politische Zwänge agieren und so effektive Ergebnisse erzielen. Der Einsatz externer Spezialisten ermöglicht es Unternehmen, kritische Aufgaben effizient zu bewältigen.
Interim Management ist die ideale Lösung für Unternehmen, die schnell, flexibel und ergebnisorientiert handeln müssen. Vertrauen Sie auf unsere erfahrenen Experten, um Herausforderungen effizient zu meistern und nachhaltigen Erfolg zu sichern.
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Schnelle Verfügbarkeit
Interim-Manager können in kürzester Zeit eingesetzt werden und agieren vom ersten Tag an operativ.
Ergebnisorientierung
Sie arbeiten auf Basis klarer Zielvorgaben und liefern messbare Resultate.
Neutrale Perspektive
Als externe Experten sind Interim-Manager frei von Unternehmensinterna und bringen frische Impulse ein.
Kosteneffizienz
Dank der klar definierten Projektlaufzeit und Zielsetzung sind die Kosten kalkulierbar.
Flexibilität
Der Einsatz ist zeitlich begrenzt und auf spezifische Anforderungen zugeschnitten.
Atreus bietet Ihnen erfahrene Interim Manager, die außergewöhnliche Situationen mit Führungsstärke und innovativen Lösungen meistern. Sie bringen tiefgehendes Fachwissen und Branchenexpertise mit, um Projekte wie Expansion, Krisenbewältigung oder Vakanzüberbrückung schnell und erfolgreich umzusetzen.
Unsere Interim-Experten liefern vom ersten Tag an messbare Ergebnisse und sind sofort einsatzbereit. Mit klarem Fokus auf Ihre strategischen Ziele gewährleisten wir nachhaltige Erfolge. Durch unsere sorgfältige Auswahl stellen wir sicher, dass unsere Führungskräfte fachlich und kulturell perfekt zu Ihrem Unternehmen passen.
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Ob CEO, CFO, HR-Manager oder CIO – Atreus vermittelt Interim-Führungskräfte, die Ihre Anforderungen auf höchster Ebene erfüllen.
Als umsetzungsstarke Persönlichkeiten nutzen unsere Managerinnen und Manager auch komplexe Missionen als Chance, für ihre Kunden beeindruckend gute Ergebnisse zu erzielen.
Jetzt maßgeschneiderte Lösungen entdecken!
Atreus ist Ihr Partner für exzellentes Interim-Management. Unsere handverlesenen Interim Manager verfügen über langjährige Erfahrung, fundierte Branchenkenntnisse und nachgewiesene Erfolge in unterschiedlichsten Szenarien. Ob Krisenbewältigung, Wachstumsprojekte oder Transformationen – wir haben die passende Lösung für Ihre Herausforderungen.
Unsere Vorteile auf einen Blick:


Get connected!
Am 6. Januar 2025 luden wir zu unserem exklusiven Jahresauftakt-Event “Change never ends” in die stilvollen Räumlichkeiten von Bang & Olufsen in München ein. Die Veranstaltung bot die perfekte Plattform für Networking und Inspiration: Ausgewählte Podcast-Gäste der Atreus Podcasts “Behind the C” und “Change by Design” hatten die Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre miteinander zu vernetzen und spannende Gespräche zu führen.
Ein besonderes Highlight des Abends war die Live-Aufzeichnung eines Podcasts mit den renommierten Gästen Dr. Veronika von Heise-Rotenburg, Chief Financial Officer & Managing Director bei Everphone, und Ralf Gernhold, CTO Deutsche Bahn Vertrieb. Gemeinsam mit Franz Kubbillum und Uwe Gehrmann diskutierten sie über die Herausforderungen und Chancen im C-Level-Management bis 2030 und darüber hinaus. Themen wie Mut, Menschlichkeit, technologische Kompetenzen und die transformative Rolle der KI standen dabei im Mittelpunkt.
Die Diskussion beleuchtete die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der deutschen Industrie, insbesondere in Bezug auf Führung, Verantwortung und die Förderung von Frauen in Führungspositionen. Unsere Gäste teilten ihre Perspektiven und Erfahrungen zu den disruptiven Veränderungen, die durch technologische Innovationen und gesellschaftlichen Wandel entstehen. Dabei wurde betont, wie wichtig es ist, Menschlichkeit, Diversität und starke Führungskompetenzen in Entscheidungsprozesse zu integrieren, um in einer sich rasant verändernden Arbeitswelt erfolgreich zu sein.
Ein inspirierender Abend voller Austausch, neuer Impulse und spannender Einblicke – in einer einzigartigen Location, die den perfekten Rahmen für den Start ins neue Jahr bot.
Re-Cap
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Atreus Macher:innen – Episode 12
In dieser Episode spricht Jessica Breuer mit Dr. Tina Ruseva.
Dr. Tina Ruseva ist CEO und Gründerin der Wissens- und Mentoringplattform Mentessa. Sie ist Expertin für Teamkultur, Aktivistin, Buchautorin, hat einen MBA in Medieninformatik und im Bereich Innovationsmanagement promoviert. Unter anderem ist sie Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands New Work und hat mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter die Auszeichnung von Nasdaq für ihren Einsatz für Chancengleichheit. Sie ist außerdem Initiatorin des Big & Growing New Work Festivals und eine bekannte Rednerin in der Start-up-Szene.
Jessica Breuer, Direktorin bei Atreus, spricht im Expertentalk mit Dr. Tina Ruseva über die tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt, die durch Technologie, demografischen Wandel und neue Werte geprägt sind. Dr. Ruseva betont die zunehmende Bedeutung von Teamarbeit, Wissensaustausch und intrinsischer Motivation und erläutert, wie Führungskräfte eine offene, faire und selbstbestimmte Arbeitskultur fördern können, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

“Wie wir arbeiten, hängt sehr stark davon ab, welche Technologien uns dafür zur Verfügung stehen”, sagt Dr. Tina Ruseva. Sie erläutert, dass technologische Fortschritte wie KI und Automatisierung die Arbeitswelt tiefgreifend verändern. Zudem gewinnen Arbeitnehmer seit geraumer Zeit durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel mehr Einfluss. Dies führt zu einem Wandel der Machtverhältnisse und der Art der Zusammenarbeit in Teams.
„Arbeit heute funktioniert weniger durch Abläufe und Autoritäten, sondern erfordert neue Ansätze.“
Die heutigen gesellschaftlichen Werte, insbesondere der Wunsch nach Zugehörigkeit und Sinnhaftigkeit, beeinflussen zunehmend die Art und Weise, wie Menschen Arbeit erleben. Dr. Rusevka stellt fest, dass nicht nur jüngere Generationen, sondern auch erfahrene Fachkräfte nach Erfüllung in ihrer Arbeit suchen, was neue Arbeitskonzepte erfordert.
Unternehmen müssen daher von einer rein leistungsorientierten Kultur zu einer Haltung übergehen, die die Bedeutung der Arbeit betont. Mitarbeiter müssen in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, um ihr Engagement und ihre Identifikation mit dem Unternehmen zu vertiefen. Eine auf Fürsorge und Vertrauen basierende Führung ist dabei entscheidend, um diesen Wandel zu ermöglichen und zu fördern.
Früher war Wissen vor allem auf der Führungsebene konzentriert, heute fließt es über alle Ebenen. Die Qualität der Teamarbeit wird zum entscheidenden Produktivitätsfaktor. Dr. Rusevka sieht darin einen Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg und betont die Bedeutung einer offenen und kooperativen Unternehmenskultur.
„Die besten Ideen kommen oft von Mitarbeitenden aus den unterschiedlichsten Bereichen.“
Dr. Ruseva betont die Bedeutung von Selbstbestimmung und intrinsischer Motivation für die Zukunft der Arbeit. Führungskräfte müssen lernen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter ihre eigenen Entscheidungen treffen können, um sowohl die Motivation als auch die Leistung langfristig zu fördern.
Der Weg zu mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter führt über aktive Beteiligung. Unternehmen sollten ihren Teams mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung bieten, beispielsweise bei der Zielsetzung. Nur wenn Mitarbeiter die Freiheit haben, Prozesse mitzugestalten, übernehmen sie auch Verantwortung – dies ist entscheidend für die Schaffung eines erfolgreichen und fairen Arbeitsumfelds.
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Blogbeitrag
Die Einführung Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen erfordert begeisterte und befähigte Mitarbeitende. Die künstliche Intelligenz und Generative KI (GenAI) bietet unzählige Einsatzmöglichkeiten, die den Arbeitsalltag effizienter machen und helfen Potenziale voll ausschöpfen. Bernhard Gruber stellt Herausforderungen und Chancen von KI-Einsatz in Unternehmen vor und spricht über die Rolle des Interim Chief Technology Adaption Officers bei der KI-Implementierung.
Worauf muss man beim Einsatz von KI in Firmen achten? Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur? Inwiefern spielt der Datenschutz eine Rolle? Und wie können Interim Manager Sie gezielt beim Einsatz von KI unterstützen?
In diesem Beitrag erhalten Sie Antworten auf diese hochaktuellen Fragen.
Die Einführung neuer Technologien erfordert eine für Transformationsprozesse offene Unternehmenskultur. Technologien allein bewirken keinen Wandel; es braucht ein Verständnis für ihre Anwendungen, Notwendigkeit und Potenziale. Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden auf die Transformation mitnehmen und umfassend informieren, um Berührungsängste mit neuen Tools zu vermeiden. Weiterbildung, Wissensaustausch und die Zusammenarbeit mit externen Experten helfen, das Team für KI zu begeistern und fit im Umgang mit der Technologie zu machen.
Ein zentraler Teil der Arbeit zur Technologievermittlung ist es, Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen, damit sich Mitarbeitende untereinander zu relevanten KI-Themen austauschen und voneinander lernen können. Der Wissenstransfer erfolgt bi-direktional: Einerseits fließt Wissen aus der IT in die Fachbereiche, andererseits bringen die Expert:innen aus den Abteilungen ihre Ideen ein. Um diesen Wissenstransfer zu unterstützen, kann ein Schulungsplan entwickelt werden, der Schulungen passend zum Wissensstand und den Zielen der Mitarbeitenden anbietet.
Um Chancengleichheit im Umgang mit KI zu schaffen, sollten alle Mitarbeitenden die Möglichkeit haben, sich die erforderlichen Kenntnisse anzueignen und das Potenzial der Technologie auszuschöpfen. Seit Einführung der generativen KI ist deren Nutzung nicht mehr nur auf Expert:innen beschränkt. Prognosen zufolge wird KI bis 2035 in nahezu jedem Berufsfeld unverzichtbar sein.
Datenschutz ist ein entscheidender Aspekt bei der Implementierung von KI-Projekten. Hier sind einige wichtige Punkte, die Unternehmen beachten sollten, um den Datenschutz zu gewährleisten:
1. Einhaltung von Datenschutzgesetzen
DSGVO-Konformität: In der EU müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Projekte den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entsprechen. Dies umfasst die Einhaltung von Prinzipien wie Datenminimierung, Zweckbindung und Transparenz.
2. Datensicherheit
Verschlüsselung: Daten sollten sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung verschlüsselt werden, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
Zugriffskontrollen: Strenge Zugriffskontrollen sind notwendig, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Personen auf die Daten zugreifen können.
3. Anonymisierung und Pseudonymisierung
Anonymisierung: Daten sollten, wenn möglich, anonymisiert werden, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können.
Pseudonymisierung: Sollte eine vollständige Anonymisierung nicht möglich sein, bietet die Pseudonymisierung eine Alternative.
4. Transparenz und Einwilligung
Informierte Einwilligung: Betroffene Personen müssen klar und verständlich darüber informiert werden, wie ihre Daten verwendet werden, und ihre Einwilligung muss eingeholt werden.
Transparenzberichte: Unternehmen sollten regelmäßig Berichte veröffentlichen, die transparent über den Einsatz von KI und den Umgang mit Daten informieren.
5. Datenethik
Verantwortungsvoller Umgang: Unternehmen sollten ethische Richtlinien für den Umgang mit Daten entwickeln und sicherstellen, dass KI-Systeme fair und nicht diskriminierend sind.
Bias-Vermeidung: Daten, die zur Schulung von KI-Systemen verwendet werden, müssen frei von Vorurteilen sein, um diskriminierende Ergebnisse zu vermeiden.
6. Risikobewertung und -management
Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA): Für KI-Projekte, die ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen darstellen, ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich.
Kontinuierliche Überwachung: Datenschutzrisiken sollten kontinuierlich überwacht und bewertet werden, um sicherzustellen, dass angemessene Schutzmaßnahmen getroffen werden.
7. Schulung und Sensibilisierung
Mitarbeiterschulung: Mitarbeitende sollten regelmäßig zu Datenschutzthemen geschult werden, um ein Bewusstsein für die Bedeutung des Datenschutzes zu schaffen.
Sensibilisierungskampagnen: Interne Kampagnen können helfen, das Bewusstsein für Datenschutz und Datensicherheit zu erhöhen.
Datenschutz ist ein integraler Bestandteil jedes KI-Projekts. Durch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, die Implementierung technischer und organisatorischer Maßnahmen sowie die Förderung einer datenschutzfreundlichen Unternehmenskultur können Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Projekte datenschutzkonform und ethisch vertretbar sind
Für Unternehmen am Beginn ihrer KI-Reise empfiehlt es sich, KI zum strategischen Thema im Management zu deklarieren. Führungskräfte sollten das Potenzial der Technologie verstehen und aktiv in die Organisation tragen. Zudem ist ein offener Dialog mit den Mitarbeitenden entscheidend, um Bedenken zu klären und passende Einsatzbereiche für KI zu identifizieren.
Expertise und Erfahrung: Interim Manager bringen das nötige Fachwissen und die Erfahrung mit, um KI-Projekte erfolgreich umzusetzen. Sie wenden bewährte Methoden an, um den Wandel zielgerichtet zu gestalten.
Objektive Perspektive: Als externe Experten sorgen Interim Manager für eine neutrale Sicht und treffen Entscheidungen im besten Interesse des Unternehmens.
Ergebnisorientierung: Interim Manager sind darauf spezialisiert, in kurzer Zeit messbare Erfolge zu erzielen. Sie setzen klare Ziele und Meilensteine, um die Einführung von KI effizient voranzutreiben.
Ihr Ansprechpartner
Steht gerne für Fragen und Antworten zur Verfügung.
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