

Re-Play und Re-Cap
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Atreus Roundtable Digital
Das sind die sieben Key-Take-Aways der Veranstaltung:
betont der gelernte Jurist von Roenne und verweist auf die Zielsetzung des europäischen Gesetzgebers: „Beim Data Act denken gerade viele an die DSGVO. Aber der Data Act ist ein Ermöglichungsgesetz, ein Chancengesetz – und kein Compliance-Gesetz!“ Er plädiert für einen optimistischen Blick auf den Act: „Durch die Datenräume werden in Zukunft viel mehr Daten verfügbar sein.“ Die Führungskräfte seien jetzt gefragt, den Data Act als strategisches Thema auf ihre Agenda zu setzen, ihr Ökosystem zu analysieren, Verträge anzupassen, das Verhältnis zu Kunden und Lieferanten neu zu definieren. Und nicht zuletzt seien Partnerschaften in Zukunft unerlässlich. „Es wird immer mehr end-to-end gedacht“, sagt auch Atreus Partner Dr. Christian Frank.
Ingo Sawilla, Data-Experte bei TRUMPF Werkzeugmaschinen, hebt die Bedeutung von Initiativen wie Catena-X und Manufacturing-X hervor, die den sicheren und effizienten Datenaustausch ermöglichen sollen. „Das Gesetz des Dschungels ist Kollaboration,“ zitiert er. In den Initiativen schließen sich Unternehmen zusammen, um die gemeinsame Nutzung von Daten fördern und auf dieser Basis innovative Lösungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. „Durch gemeinsame Anstrengungen in Datenräumen können auch kleinere Unternehmen von den gesammelten Daten und den daraus entstehenden Lösungen profitieren“, sagt Sawilla. Noch sei die Community überschaubar: „Jetzt ist eine gute Chance, um sich zu vernetzen und in Kontakt zu kommen, um gemeinsam offene Fragestellungen zu klären.“ Auch Verbände wie der VDMA oder der ZVEI sind sehr aktiv, sagt Christian Methe. Er hofft außerdem auf das Entstehen einer internationalen Open-Source-Community – und sieht dafür schon jetzt gute Ansätze.
„Es geht nicht in erster Linie um Technologie“, rät Atreus Manager Methe dem deutschen Mittelstand, „sondern der Kundennutzen muss an erster Stelle stehen.“ Entscheider:innen müssten jetzt aktiv werden. Dazu bedarf es auch ein Umdenken, was Daten angeht, fordert Ingo Sawilla: „Viele verstehen Daten noch nicht als Wert oder Asset“, sagt er. Dabei sind sie genau das, wie Methe am Beispiel seines eigenen CUBE-E-Bikes illustriert: BOSCH als Hersteller von Komponenten seines Rads suche immer mehr die direkte Verbindung zu ihm als Endkunden, spiele Sales-Kampagnen aus oder biete Versicherungen an: „Hier wartet eine Chance für neue Geschäftsmodelle“, sagt Methe. Zunehmend werden sich Unternehmen außerdem darüber Gedanken machen, welche Daten sie erheben, ergänzt Sawilla: „Wir haben bei Trumpf mit der Zeit gelernt: Viele Daten sind für uns gar nicht nutzbar. Es geht deshalb nicht darum, wild Daten einzusammeln, sondern gut darüber nachzudenken, welches Problem ich eigentlich lösen möchte.“
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Atreus Automotive und Mobility
Stefan Randak, Leiter der Atreus Solution Group Automotive und Mobility, im Interview über das erweiterte Dienstleistungsangebot. Welche Industrien umfasst der verstärkte Fokus auf die Mobility-Branche? Die Atreus Experten und Atreus Manager sind für die neuen Anforderungen gerüstet und stehen für die speziellen Herausforderungen unserer Kundenunternehmen zur Verfügung.
Erfahren Sie mehr im Video:

Das Interview im Wortlaut: (bearbeitet aus Gründen der Deutlichkeit)
Sandra Lönnig: Stefan, du führst die Atreus Solution Group Automotive schon seit vielen Jahren. Jetzt wird die Solution Group in Automotive und Mobility umbenannt. Was sind hier die Hintergründe?
Stefan Randak: Zunächst danke für die Frage. Sie ist absolut berechtigt. Mit Automotive verbindet man in erster Linie die Dienste für OEMs, also Hersteller und die Zulieferindustrie. Natürlich ist es der Kern unseres Angebotes. Unsere Dienstleistung zielt auf OEM und Zulieferer ab. Aber in den letzten Jahren hat sich natürlich auch was anderes entwickelt, nämlich Mobilitätsdienstleister. Daher ist es absolut gerechtfertigt, wenn man die Solution Group umbenennt in Automotive und Mobility.
Sandra Lönnig: Und welche Industrien sind dann im Fokus bei Mobility?
Stefan Randak: Wie gesagt, nicht nur die OEMs und die sogenannten Hersteller und die Zulieferindustrie, sondern eben alles, was Mobilität liefert und anbietet. Also wenn man von anbieten spricht, dann sind es ja Dienstleister, Mobilitätsdienstleister, die beispielsweise auch im Flottengeschäft tätig sind, aber auch andere, die Mobilität anbieten. Nur um einige Beispiele zu nennen: Mobilität kann etwa ein Roller, ein Robotaxi, ein Boot, ein Anhänger oder ein Aufbauhersteller sein. All das verstehen wir auch in der Mobilität und daher diese Art der Erweiterung.
Sandra Lönnig: Welche speziellen Service Offerings und Kompetenzen kann die Solution Group für die Industrien mitbringen oder einbringen?
Stefan Randak: Wir sind mittlerweile sehr breit aufgestellt und gleichzeitig tief. Was die Breite des Angebots angelangt sind als erster Punkt die Baugruppen und die Commodities zu nennen: Angefangen von Interieur, Exterieur, Chassis, Kabel, Kabelsysteme, Fluid, Sicherheit, Sicherheitssysteme, Antrieb, Beleuchtung, Glas, Räder und Bedienelemente. Also eigentlich das ganze Fahrzeug, egal ob Passenger Car oder Commercial Vehicle. Dann zweitens unser Angebot entlang der Wertschöpfungskette: Angefangen von Einkauf, Logistik, der gesamten Supply Chain, Entwicklung, Produktion, Sales und natürlich der gesamte administrative Apparat mit Controlling Finance, Treasury, IT und natürlich Leitungsthemen. Ein dritter Punkt, was Breite und die Tiefe anbelangt, sind transformatorische Themen. Also alles was mit Restrukturierung, mit Change Management und mit Optimierung zu tun hat, aber auch die neuen Themen, die in der Automobilbranche eine wichtige Rolle spielen, wie alternativer Antrieb, wie Zellfertigung, Batterieentwicklung, Montage bis hin zu Recycling, Ladeinfrastrukturen oder Software – ein ganz wesentliches Thema in der Automobilindustrie – Fahrsicherheitssysteme, aber auch solche Dinge wie Verlagerungen, Greenfield-, Brownfield-Projekte und nicht zu vergessen Nachhaltigkeit oder M&A Aktivitäten. Und das vierte Thema ist das, was wir eigentlich schon angesprochen haben, die Marktsegmente, also die OEMs, die Zulieferer und alle anderen Anbieter von Mobilität.
Sandra Lönnig: Ist denn der Pool von Interim Managern gerüstet dafür?
Stefan Randak: Ja, wir waren in den letzten Jahren sehr aktiv, uns entlang dieser Themen voranzuarbeiten. Unser automotiver Pool umfasst circa 5000 Manager, die weltweit eingesetzt werden. Aber das ist auch natürlich hier der Aufruf an alle, die interessiert sind, nicht nur an den klassischen Themen, sondern eben auch an den disruptiven Themen, wie gerade geschildert: Jeder kann sich bei uns gerne bewerben. Wir führen mit allem gerne Gespräche und haben ein großes Interesse, unseren Pool natürlich weiterhin aufzubauen.
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Blogbeitrag
Change Management ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg von ERP-Projekten. Es geht darum, die Mitarbeitenden auf die Veränderungen vorzubereiten und sie aktiv in den Prozess einzubeziehen.
Dabei sind einige wichtige Aspekte zu beachten:
1. Der Mensch spielt im Change Management eine entscheidende Rolle. Es ist von großer Bedeutung, dass nicht nur IT-Experten die neuen Anwendungen verstehen, sondern auch die gesamte Unternehmensleitung und die Mitarbeitenden
2. Die Einbindung der Mitarbeitenden ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der ERP-Einführung. Von Beginn an sollten sie in den Prozess einbezogen werden. Neben der Information über den Sinn und Zweck der ERP-Einführung ist es wichtig, sie aktiv an der Gestaltung der neuen Prozesse zu beteiligen.
3. Bedürfnisse ernst nehmen: Change Management sollte die Bedenken der Mitarbeitenden ernst nehmen und Lösungen finden, um diese aufzulösen. Ziel ist es, die Mitarbeitenden für den gemeinsamen Kurs zu begeistern.
4. Organizational Change Management: Dieser Ansatz betrachtet nicht nur die Mitarbeitenden selbst, sondern die gesamte Organisation. Idealerweise beginnt er bereits in der Planungsphase des Implementierungsprojekts mit einem Change Assessment.
Die IT-Abteilung kann eine wichtige Rolle im Change Management spielen, da sie die technische Umsetzung der ERP-Systeme verantwortet. Allerdings ist Change Management nicht allein ihre Aufgabe. Es erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen IT, Fachbereichen und der Unternehmensleitung. Ein spezialisierter Change Manager oder ein Team, das sich auf Change Management konzentriert, kann wertvolle Unterstützung bieten, um die Akzeptanz der Veränderungen sicherzustellen.
Die Umsetzung von Organizational Change Management (OCM) ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die von IT-Abteilungen häufig als Herausforderung wahrgenommen wird. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
1. Technologie-Fokus: IT-Abteilungen sind oft technologieorientiert und konzentrieren sich auf die Implementierung von Systemen und Infrastruktur. OCM erfordert jedoch einen stärkeren Fokus auf Menschen, Kultur und Veränderungsprozesse.
2. Widerstand gegen Veränderungen: Mitarbeitende in IT-Abteilungen können möglicherweise selbst von Veränderungen betroffen sein und daher Widerstand gegen neue Prozesse oder Systeme zeigen.
3. Zeitdruck: Ein weiterer Aspekt, der bei der Umsetzung von OCM zu berücksichtigen ist, ist der Zeitdruck, der bei IT-Projekten häufig besteht. Die zusätzlichen Anforderungen, die OCM mit sich bringt, können zu einer Vernachlässigung oder unzureichenden Umsetzung von OCM führen.
4. Fehlende Kommunikationsfähigkeiten: IT-Experten müssen klar und kontinuierlich mit den Mitarbeitenden kommunizieren.
5. Mangelnde Erfahrung: OCM erfordert spezifisches Wissen und Erfahrung im Umgang mit Veränderungen.
6. Unternehmenskulturelle Unterschiede: Bei der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen kann es zu kulturellen Unterschieden kommen. Die Anpassung an die jeweilige Unternehmenskultur kann eine Herausforderung darstellen.
Der Einsatz externer Interim Manager im Rahmen des Organizational Change Managements (OCM) kann eine sinnvolle Option darstellen. Dafür gibt es mehrere Gründe:
1. Spezialisiertes Wissen: Externe Interim Manager verfügen in der Regel über umfangreiche Erfahrung im OCM. Sie sind mit bewährten Methoden, Werkzeugen und Best Practices vertraut.
2. Objektivität: Externe sind unvoreingenommen und können Veränderungen neutraler betrachten. Sie sind nicht in interne Politik oder Beziehungen involviert.
3. Zeitliche Verfügbarkeit: Interim Manager können sich vollständig auf das Projekt konzentrieren, ohne von anderen Aufgaben abgelenkt zu werden.
4. Flexibilität: Interim Manager können je nach Bedarf eingestellt werden. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, können sie ohne langfristige Verpflichtungen gehen.
5. Kostenkontrolle: Bei der Beauftragung externer Interim Manager ist eine Kostenkontrolle möglich.
6. Veränderungsmanagement: Die Expertise von Interim Managern im Veränderungsmanagement umfasst die Sicherstellung der Akzeptanz von Veränderungen sowie die Minimierung von Widerstand.
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Whitepaper
Erfahren Sie in diesem Whitepaper mehr über den wachsenden Fachkräftemangel in Deutschland und den Einfluss der künstlichen Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. Können die Fortschritte in der künstlichen Intelligenz dieses Dilemma lösen?
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In einer dynamischen Geschäftswelt stehen Unternehmen oft vor zeitkritischen Herausforderungen, sei es zum Beispiel durch unerwartete Personalengpässe oder strategische Umbrüche. In diesen Fällen unterstützen Interim Manager:innen effektiv und zielgerichtet bei der Umsetzung herausfordernder Projekte.
Interim Management bietet maßgeschneiderte Lösungen für akute Herausforderungen im Unternehmen. Denn als hochqualifizierte Expert:innen sind Interim Manager:innen in herausfordernden Unternehmenssituationen sofort einsatzbereit. Diese Flexibilität ermöglicht es Unternehmen, rasch auf Herausforderungen zu reagieren, ohne sich in langwierigen Rekrutierungsprozessen zu verlieren – ein On-demand-Führungsansatz, der effektive, zeitnahe und innovative Ergebnisse gewährleistet. Nutzen Sie die Vorteile von Interim Management, um die Performance Ihres Unternehmens zu optimieren und zeitkritische Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen!
Erfahren Sie aus der Praxis von Unternehmen, die Interim Management bereits erfolgreich eingesetzt haben, und erfahren Sie mehr über die konkrete Umsetzung sowie den positiven Einfluss auf die Unternehmensentwicklung.
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Effektives Interim Management zeichnet sich durch die außerordentliche Fähigkeit von Interim Manager:innen aus, sich in kürzester Zeit in neue Unternehmensumgebungen zu integrieren.
Diese schnelle Einarbeitung ermöglicht es, akute Herausforderungen wirkungsvoll zu bewältigen. Interim Manager:innen verfügen über ein breites Spektrum an Erfahrungen und können daher unmittelbar relevante Maßnahmen ergreifen. Ihre schnelle Orientierung und Anpassungsfähigkeit ermöglichen es, Herausforderungen ohne Anlaufzeit zu meistern.
Diese sofortige Handlungsfähigkeit minimiert Ausfallzeiten und trägt zur zügigen Umsetzung von Lösungen bei. Unternehmen profitieren von dieser agilen Herangehensweise. So können sie in einem dynamischen Geschäftsumfeld effektiv agieren und dringende Situationen erfolgreich meistern.
Effektives Interim Management zeichnet sich nicht nur durch operative Maßnahmen aus, sondern auch durch eine strategische Herangehensweise. Interim Manager:innen sind zwar exzellent dafür geeignet, kurzfristige Krisen zu bewältigen, bringen aber auch strategisches Denken mit. Sie entwickeln langfristige Lösungen, die über die unmittelbare Herausforderung hinausgehen. Durch diese ganzheitliche Perspektive tragen Interim Manager:innen maßgeblich dazu bei, Unternehmen gerade in dynamischen Zeiten erfolgreich für die Zukunft zu positionieren und nachhaltige Erfolge zu erzielen.
„Die Atreus Manager waren Macher, die anpackten und sich im Unternehmen die Unterstützung holten, die sie brauchten, um das Projekt zum Erfolg zu bringen.“
In dringenden Geschäftssituationen steht die Effizienz im Mittelpunkt erfolgreichen Interim Managements. Spezialisierte Manager:innen führen eine gründliche Analyse der bestehenden Geschäftsprozesse durch, um Engpässe zu identifizieren. Durch gezielte Optimierungen gestalten sie Abläufe effektiver, was unmittelbar die Leistungsfähigkeit des Unternehmens steigert sowie die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens stärkt, selbst in herausfordernden Phasen.
Erfahrene Interim Manager:innen spielen eine entscheidende Rolle bei der Lösung von Konflikten und der Umsetzung von Veränderungsprozessen. Mit ihrer Expertise schaffen sie eine positive Unternehmenskultur und fördern die effektive Zusammenarbeit in Teams. Sie tragen damit ab Tag 1 voll und ganz zu den gemeinsamen Unternehmenszielen bei. Besonders in dynamischen Geschäftsumfeldern sind Interim Manager:innen daher unverzichtbare Partner – dank ihrer Fähigkeit, Teams zu mobilisieren und nachhaltige positive Veränderungen herbeizuführen.
Erfahren Sie aus der Praxis von Unternehmen, die Interim Management bereits erfolgreich eingesetzt haben, und erfahren Sie mehr über die konkrete Umsetzung sowie den positiven Einfluss auf die Unternehmensentwicklung.
Effektives Interim Management bietet maßgeschneiderte Lösungen für zeitkritische Herausforderungen. Die rasche Verfügbarkeit, gepaart mit strategischem Weitblick und umfassender Erfahrung, macht Interim Manager:innen zu wertvollen Partnern in turbulenten Phasen. Investieren Sie in diese effiziente Form des Managements, um Ihr Unternehmen optimal auf Herausforderungen vorzubereiten und erfolgreich durch stürmische Zeiten zu navigieren.
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Re-Cap Roundtable
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Re-Cap
Welche Rolle spielen verschiedene Finanzierungspartner angesichts der Polykrise in einer Restrukturierung? Wie sollte der CRO agieren? Was lohnt sich mehr: der Turnaround – oder der Exit? Das sind die Fragen, die deutsche Unternehmen dieser Tage umtreiben. Im Atreus Roundtable Digital begaben sich Dr. Christian Frank und Tibor Reischitz gemeinsam mit Finanzierungs- und Restrukturierungsexperten auf die Suche nach Antworten.
Deutsche Unternehmen stehen unter Kosten- und Performancedruck, bestätigt auch Holger Rabelt, Managing Director im Risikomanagement der Commerzbank: „Seit 2020 hat es kein reales Wirtschaftswachstum mehr gegeben.“ Hinzu kommen Folgen des Kriegs gegen die Ukraine – hohe Inflation und die resultierenden Lohnsteigerungen der Jahre 2023 und 2024 – welche die Gewinn- und Verlustrechnungen der Unternehmen nachhaltig belasten werden. Finanzierende Banken werden in den kommenden Jahren daher vorsichtiger agieren – und genauer hinschauen, was die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsmodelle angeht. Vielerorts seien hier Anpassungen notwendig. „Mit Blick auf Restrukturierungen sind wir aber immer noch auf Going-concern getrimmt“, so Rabelt, „wir begleiten die Unternehmen kritisch und doch konstruktiv“.
Johannes von Neumann-Cosel erklärt, sein Unternehmen sei kein Wettbewerber für Bankenfinanzierung – denn Patrimonium finanziere meist dann, wenn Banken aufgrund einer Unternehmenskrise ihr Engagement beenden müssten – also zum Beispiel in schweren Krisen. Als Positivbeispiel für eine von Patrimonium begleitete Restrukturierung führt Neumann-Cosel das Traditionsunternehmen BDT Media Automation an: Ursprünglich ein Hersteller von Bandspeichertechnologie, schien BDT vor einigen Jahren völlig aus der Zeit gefallen und durchlitt eine schwere Krise. Durch eine strategische Transformation des Unternehmens und kluge Finanzierungsmodelle gelang es aber, den Umsatz um den Faktor 3 zu steigern und BDT zurück auf einen nachhaltigen Erfolgspfad zu führen.
sagt Atreus Manager Stefan Mairiedl. Das Unternehmen, das er aktuell begleite, gehe sehr positiv in die Krise, setze etwa auf die Optimierung vorhandener Produktionslinien. Besonders wichtig: Gerade in einer Krise kann es sich für ein Unternehmen auszahlen, den schnellen Kontakt zur Hausbank zu suchen und vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen. Denn „wenn die Bank sagt: Wir brauchen mehr Liquidität!, ist es meist schon zu spät.“ Holger Rabelt kann das nur bestätigen und zieht eine Parallele zur Prävention im Gesundheitsbereich: „Wenn das Problem früh genug entdeckt wird, sind auch die Heilungschancen deutlich besser.“
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Karolin Rohmer, eine Pionierin im Interim Management, teilt ihre Einblicke und ermutigt, nicht bis zum Ende der Festanstellung zu warten, um neue Wege Richtung Interim Management zu beschreiten.

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Wie vereinbart man erfolgreich Karriere und Familie? Astrid Overbeck kennt das Dilemma aus eigener Erfahrung. Sie erfuhr in ihrer Rolle nie Diskriminierung, bis zur Geburt ihres Kindes – ein Wendepunkt, der viele Frauen trifft.
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Re-Cap A·lounge
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Re-Cap
Elektrofahrzeuge erobern die Welt: 30 % der weltweit verkauften Pkw waren 2023 elektrifiziert. Die Fahrzeugbatterie macht etwa 40 % der Kosten aus und ist daher entscheidend für Reichweite und Leistung. Der Trend geht zunehmend von Lithium-Ionen- zu Feststoffbatterien, die steigende Nachfrage erhöht den Strombedarf und schafft neue Arbeitsplätze. Was impliziert das für den Automobilstandort Deutschland?
In unserer A·lounge Digital haben Stefan Randak und Robert Minge gemeinsam mit Batterieexperten beleuchtet, was die Transformation technologisch bedeutet, wo die wesentlichen Stellschrauben bei Supply Chain, Produktion und Marktdiffusion liegen – und wie diese Themen aus Managementsicht gelöst werden können.
„Die Feststoffbatterie wird kommen“, sagt CATL-Advisor Zentgraf, „die Frage ist nur wann.“ Entscheidend seien aus Herstellersicht die Validierung und das hohe Risiko hinsichtlich der Sicherheitskriterien im Fahrzeug, aber auch die Verfügbarkeit der Rohstoffe, die zudem im Sinne der Fair Battery beschafft werden müssten. Die nächste Batteriegeneration, so Zentgraf, werde aber zunächst günstiger, leichter und energiedichter sein. Zentgraf verweist auch auf den derzeit deutlichen Vorsprung chinesischer Hersteller bei der Batteriefertigung: „Wenn Du zu spät am Bahnhof ankommst, kann es sein, dass der Zug schon weg ist.“
Versorgungsengpässe, Preisschwankungen, ungleich verteilte Vorkommen, Probleme mit der Nachhaltigkeit: Die Rohstoffe für Batterien sind ein komplexer Faktor für die E-Mobilität, wie Atreus-Advisor Dr. Sabine Lutz betont. Erstens müsse eine nachhaltige Lieferkette transparent sein, was angesichts der Komplexität aber alles andere als trivial sei. Sie empfiehlt, sich Initiativen wie Catena-X (Rohstoffzertifizierung) oder Responsible Mining Assurance (verantwortungsvoller Bergbau) anzuschließen. Zweitens sei es sinnvoll, nach dem Motto „Local for local“ verstärkt auf regionale Lieferketten zu setzen – also Rohstoffe dort einzukaufen, wo sich die Produktion befindet. Und drittens seien Partnerschaften essenziell: OEMs und Zellhersteller müssten ihr strategisches Engagement in der vorgelagerten Supply Chain verstärken. Führende Hersteller, so Lutz, strebten bereits heute ein hohes Maß an vertikaler Integration an, „bis zur Mine“.
Batterie-Management-Systeme (BMS) sorgen dafür, dass Batterien weder zu voll noch zu leer sind, dass sie nicht zu schnell und nicht bei zu kalten Temperaturen geladen werden, erklärt Bavertis-Gründer Kuder. Innovative BMS behandeln zudem jede einzelne Batteriezelle individuell und könnten es perspektivisch ermöglichen, viele Batteriedaten im Feld zu sammeln. Derzeit kann nur die Spannung gemessen werden. „BMS müssen Ferndiagnose beherrschen“, sagt auch Batterieexperte Jens Pohl. Er sieht auch KI in BMS als große Chance. Und Michael Reich von LION Smart berichtet, dass sein Unternehmen dank einer Kooperation mit BMW auf mehrere Milliarden Kilometer Felderfahrung zurückgreifen kann.
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Atreus Expertenrunde vom 21.06.2023
Am 08. März 2024 fand im Atreus Office eine hochkarätige Diskussion über den betriebswirtschaftlichen Einfluss und die Dringlichkeit der KI-Technologie statt. 16 Teilnehmer mit vielfältigem Branchen- und Funktionshintergrund tauschten ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus.
Alle Teilnehmer verfügten über 25 Jahre oder mehr Erfahrung in der Internet- und Digitalökonomie. Diese langjährige Erfahrung bildete eine solide Grundlage, um auch ein tiefes Verständnis für das Thema KI aufzubauen. Viele erinnerten sich an die turbulenten Anfangsjahre des Internets und das Platzen der Dotcom-Blase zu Beginn der 2000er Jahre, sowie an die revolutionären Auswirkungen des iPhones und der sozialen Medien. Es wurden Analogien zur aktuellen Stimmung bezüglich KI gezogen, die von maximaler Skepsis bis hin zu einer regelrechten Goldgräberstimmung reicht. In dieser Phase gibt es immer Gewinner wie Amazon.com, Facebook, Booking.com und Uber, aber auch Verlierer wie Nokia und Kodak.ringt.
„Wir erleben eigentlich nicht künstliche Intelligenz, sondern generierte Produktivität. KI wird sich vom Werkzeug zum Entscheider entwickeln, das birgt aber Diskussionsbedarf in gesellschaftlichen Diskussionen. (Optimierung von Arbeitsplätzen, Workflows, etc.) Die Entwicklung können wir nicht stoppen, aber wir müssen Sie gestalten lernen, da KI in Unternehmen ein eigener Layer wird.“
Es wurde betont, dass nur eine intensive Auseinandersetzung mit der KI-Technologie, sowohl theoretisch als auch praktisch, den Weg zu einem fundierten Verständnis der Potenziale von KI ebnen kann. Trotzdem ist heute noch häufig gefährliches Halbwissen anzutreffen. Viele Menschen glauben nach einer oberflächlichen Beschäftigung mit dem Thema KI, insbesondere Generative KI wie ChatGPT und CoPilot, bereits, Experten zu sein, was jedoch lediglich gefährliches Halbwissen ist.
Es ist unerlässlich, Grundkenntnisse in Informatik, Cloud-Computing und Data Science zu erwerben, gefolgt von einer fundierten theoretischen Weiterbildung mit praktischen Anwendungen in Projekten und Proof of Concepts. Nicht jeder muss ein “KI-Mechaniker und KI-Designer” sein, aber um in dieser Analogie zu bleiben, ist eine gewisse Grundkompetenz erforderlich, um das richtige Auto zu kaufen und vor allem, es auch zu bedienen und zu lenken. Die Gruppe war sich einig: Der Aufbau von Kompetenzen muss jetzt erfolgen, da es einige Zeit dauern wird, um Fachkenntnisse und Expertise zu erlangen.
„Jeder versucht Tools zu verwenden und weiß eigentlich gar nicht, wie diese funktionieren.“
„Generative AI überlagert zur Zeit jede Diskussion, in jedem Angebot muss KI stehen. Vor einigen Jahren war es Block-Chain. In einigen Jahren wird es Quantencomputing sein. Aber es gibt sehr wenige, die KI wirklich verstehen.“
Einfluss von KI auf die Wirtschaft und Europas Souveränität
Es steht außer Frage, dass KI das Potenzial hat, das BIP in Volkswirtschaften erheblich zu steigern. In ganz Europa wird das mögliche BIP-Wachstum durch generative KI bis 2030 auf 470 bis 960 Mrd. Euro geschätzt. Doch gleichzeitig bestehen Bedenken, dass die vermehrte Nutzung von KI-Technologie aus außereuropäischen Quellen die Abhängigkeit verstärkt und die Souveränität Europas gefährden könnte. In der Diskussion war der klare Appell zu hören, die eigene KI-Innovations- und Start-up-Industrie zu unterstützen und vermehrt in KI-Technologie “made in Europe” zu investieren.
Die Teilnehmer stuften den Einfluss der KI-Technologie auf die Wirtschaft als “sehr hoch” ein. Neben den Rationalisierungsmöglichkeiten im Bereich des White- und Blue-Collar-Sektors bietet KI die Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und eine erhöhte Effektivität sowie “Smartness” zu erzielen. Durch die Fähigkeit der Maschine, mehr Daten zu verarbeiten als Menschen oder herkömmliche IT-Datenbanken, entstehen Expertensysteme von beeindruckender Präzision. Praxisbeispiele aus Bereichen wie Wirtschaftsprüfung, M&A-Transaktionen, Produktion und Logistik, Pharma und Medien wurden diskutiert und analysiert.
Das Fazit lautet: Ja, KI hat einen enormen Einfluss auf die Top- und Bottom-Line. Allerdings erfordert es umfangreiches Changemanagement, um die Potenziale voll auszuschöpfen. Die Weiterbildung der Mitarbeiter hat oberste Priorität, da sich durch KI-Technologie Prozesse verändern und die Art der Aufgabenbewältigung für viele Mitarbeiter neu gestaltet wird. Es wurde vorgeschlagen, Mitarbeiter zu ChatGPT-Schulungen zu schicken und Lizenzen zur Verfügung zu stellen, jedoch wurde betont, dass dies allein nicht ausreicht, um die Unternehmensprozesse nachhaltig zu verändern. Ein KI-Adoptionsprogramm muss daher anders gestaltet sein, um effektiv zu sein. Weitere Details dazu finden Sie unten.
„Industie 4.0 ist Illusion 4.0 – bis jetzt ist vieles nicht umgesetzt, ähnlich ist dies bei der KI … die Tech-Branche versteht es alle paar Jahre eine neue Sau durchs Dorf zu treiben, aber es darf nicht AI um den Selbstzweck sein. Daten und Prozesse müssen auf Vordermann gebracht werden, bevor wieder das “next shiny tool” eingekauft wird.“
Die Dringlichkeit, sich mit KI zu beschäftigen, ist unbestreitbar. In verschiedenen Branchen besteht die Gefahr, dass durch neue Angebote und Marktteilnehmer die bestehenden Wettbewerbsregeln grundlegend verändert werden, ähnlich wie es bei Kodak und Nokia der Fall war. Dies betrifft nun insbesondere Maschinenbauer, Automobilhersteller sowie Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Chemie und Medizintechnik. Neben dem Potenzial für erhebliche Effizienzsteigerungen ist die Analyse dieser disruptiven Fragen von entscheidender Bedeutung.
KI kann nicht einfach von der Stange gekauft und sofort produktiv eingesetzt werden. Vielmehr bedarf es einer gründlichen Bedarfsanalyse, der Identifizierung von Use Cases und der Erstellung von Business Cases. Zudem ist umfassende Technologiekompetenz und ein starkes Changemanagement erforderlich, um Mitarbeiter, Kunden und Partner mitzunehmen. Ein iterativer Ansatz und die Umsetzung von Projekten sind notwendig, um die betriebswirtschaftlichen Vorteile von KI langfristig nutzen zu können. Andernfalls bleibt der Einsatz von KI lediglich eine Spielerei und birgt die Gefahr einer großen Enttäuschung.
Der Gartner Hype Cycle beschreibt dieses Phänomen treffend. Generative KI (GenAI) ist derzeit zweifellos ein Hype-Thema, das kurzfristig zu Enttäuschungen führen kann. Dennoch birgt GenAI langfristig ein enormes Potenzial. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: “Wenn du noch nicht enttäuscht wurdest, solltest du dich schleunigst damit auseinandersetzen. Denn das Tal der Tränen gehört zur wirklichen produktiven Nutzung von KI dazu.” Es ist wichtig anzumerken, dass die KI-Technologie noch nicht perfekt ist und sich weiterhin rasant entwickelt. Obwohl ChatGPT auf die meisten Fragen eine Antwort liefert, liegt die Wahrscheinlichkeit für grottenschlechte Antworten derzeit noch zwischen 20 und 30 Prozent. Am Ende bleibt der Mensch der Sicherheitsanker und benötigt eine hohe fachliche Beurteilungsfähigkeit zur Überprüfung der Ergebnisse.
Call to action: Das KI-Adoptionsprogramm
Ein KI-Adoptionsprogramm ist ein strukturierter Plan zur Einführung und Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Thema KI sowohl wichtig als auch dringend ist. Es wurde betont, dass die Umsetzung nicht trivial ist und einen sorgfältigen Managementansatz erfordert, um die Komplexität zu bewältigen und das Beste aus der Technologie herauszuholen. Es geht darum, die Integration von KI ordentlich und effektiv zu gestalten. Ein KI-Adoptionsprogramm sollte an die spezifischen Bedürfnisse und Ziele des Unternehmens angepasst werden. Es erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen IT, Geschäftsführung und Mitarbeitern, um den erfolgreichen Einsatz von KI sicherzustellen:
„AI ist keine „Kann“-, sondern eine „Muss“-Option für Unternehmen, weil wir in Zukunft gar nicht mehr die Auswahl an qualifizierten Ressourcen haben, die benötigt werden.“
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In einer dynamischen Berufswelt, in der sich Frauen täglich behaupten müssen, gibt es bestimmte Strategien, die den Unterschied ausmachen können. Carolin Ulbrich, mit ihrer beeindruckenden internationalen Laufbahn, teilt im Interview mit Eva von Rottkay ihre persönlichen Erfahrungen für Frauen, die im Interim Management erfolgreich sein wollen.
Diese Erkenntnisse sind mehr als nur berufliche Ratschläge – sie sind Wegweiser zu einer erfüllenden Karriere und einem ausgewogenen Leben.

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